SHTF: notfallmäßige Blutstillung

Es ist noch nicht lange, da hatte das Interesse für Schuß- und Stichwunden nicht nur in die Extremitäten, sondern in den Hals, den Brust- oder Bauchraum „ein Gschmäckle“, da schwebte der Verdacht einer Paranoia über demjenigen, der den exotischen Begriff Tourniquet verwendete oder gar über chemische Blutstillung nachdachte. Vielleicht mußte derjenige sich auch schon einmal von Fachleuten wie Rettungsssistenten oder Ärzten sagen lassen, dass man sich als Laie mit Spezifitäten derartiger Verletzungen, so sie denn bei uns überhaupt vorkämen, nicht explizit auseinanderzusetzen bräuchte. Wir lebten ja schließlich nicht in USA oder Kolumbien. Solche Kenntnisse würde noch nicht einmal die Bundeswehr benötigen. Maximal Extremweltenbummler nach Feuerland oder Papua Neuguinea bekamen einen Verständnisbonus. Gute alte Zeit…

In modernen Zeiten, in denen Politiker aus Berlin und London uns ernsthaft versichern, dass Terror, Massenverletzte, Migrantenkriminalität und Anschläge von nun an zu unserem Leben gehören sollen (Schulz,  Sadiq-Khan  , Merkel ,  de Maizière )  hegt man unter Beobachtung der knallharten ökonomischen Effizienzvorgaben in den Kliniken, zunehmend auch den Verdacht, dass unser Gesundheits- und Rettungssystem Vorfällen ab einer gewissen Größenordnung oder Brutalität gar nicht gewachsen ist.

So gibt es deutschlandweit nur ca 130 Betten für erwachsene Schwerbrandverletzte und ca 50 Plätze für Kinder – siehe hier: Verbrennungszentren, die bereits bei nur einem Zugunglück, Flugzeugunglück, Tunnel- oder Hochhausbrand schnell belegt wären (zu schweigen von zwei parallelen Ereignissen), und auch die wenigen Plätze in den Nachbarländern scheinen da keine allzu große Reserve zu bieten, zumal ja auch immer Betten aufgrund gewöhnlicher Unfälle belegt sind. Auch verfügen viele Kliniken mit Notfallmedizin nur über wenige sogenannte Schockräume, in denen Schwerverletzte und Polytrauma-Patienten versorgt werden können. Dies sind die Nadelöhre im Rettungsdienst.

So erscheint es angebracht, einen näheren Blick auf das zu werfen, was sich in der Combat-Medizin, also unter widrigen kriegerischen Umständen, für die Notfallversorgung Verletzter bewährt hat, um einem Verletzten so früh wie möglich nicht nur ein Überleben zu sichern, sondern vielleicht sogar die Intensivbetreuung, den Helikoptertransport, den Schockraum zu ersparen und diesen Platz einem weniger Glücklichen zukommen lassen zu können. Somit würde man quasi durch seine Kenntnisse vielleicht sogar zwei Leben retten?

Über die Thematik der Notfallversorgung durch Laien gibt es eine Reihe von lehrreichen Videos auf youtube, die ich hier verlinken möchte.  Sie sind gedacht für Menschen in Extremsituationen, in sehr abgelegenen Gebieten ohne schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung und alle SHTF Szenarien.

Ich übernehme keine Verantwortung für das, was aus der Anwendung solcher Videoinhalte entstehen kann, empfehle sie nicht und warne vor Selbstüberschätzung. Ich weise auch darauf hin, dass in Nicht-Notsituationen und durch fahrlässiges Handeln ggf. das Strafgesetzbuch (Körperverletzung) sowie das Gesetz über die unerlaubte Ausübung der Heilkunde u.a.  zur Anwendung kommen können.

  1. Videos sind immer unvollständig und ersetzen keinesfalls eine solide medizinische Ausbildung und regelmäßiges Training unter Aufsicht von ausgebildetem medizinischen Fachpersonal.
  2. Der Kenntnisstand in der Medizin verändert sich rasch und man sollte sich immer auf einem möglichst aktuellen Stand halten.

Aber ich bin der Meinung, dass es bei der Wissensvermittlung keine Tabus geben sollte und diese öffentlich jedermann zugänglichen Videos dazu motivieren können, sich z.B. als Ersthelfer, sogenannter First Responder, in Kursen und Einrichtungen zu engagieren, nachzufragen und sich in den entsprechenden Techniken schulen zu lassen.

Bitte kontaktiert hierzu die regionalen Organisationen wie Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter ….  oder auch die Katastrophenmedizindienste.

Letztlich aber ist in einer Notsituation nichts fataler als Nichtstun und Unkenntnis.

Ich habe im Übrigen keinerlei Kontakte oder Vertragsverhältnisse zu irgendeiner der in den Videos genannten Firmen und Produkte und will diese auch nicht als anderen Produkten überlegen darstellen und empfehlen. Und hier nun die Informationsvideos. Im Laufe der Zeit hoffe ich auch, vermehrt deutschsprachige Videos zu diesem Thema hier listen zu können.

„Prüfet aber alles, und das Gute behaltet“ 1. Thessalonicher 5:21 Lutherbibel 1912

Improvisationen einer ventilierten Versiegelung von Thoraxverletzungen:  Die Versiegelung soll verhindern, dass Luft durch die offene äußere Wunde in den Brustraum  ausserhalb der Lungen eingesogen wird.

Die Ventilation dieser Versiegelung soll andererseits bewirken, dass die über die Lunge eingeatmete und durch die innere Lungenverletzung in den Brustraum entweichende Luft, sich nicht im Brustraum staut, sondern über die äußere Wunde und die Plastikversiegelung wieder hinaus kann. Denn ein Stau hätte zur Folge, dass der Brustraum mit jeder Atembewegung aufgepumpt würde wie ein Ballon. Der steigende Druck im Innern würde in sehr kurzer Zeit eine Verschiebung auf das Herz erzeugen, so dass es sich nicht mehr bewegen könnte, eingequetscht würde. Es käme zu Herzstillstand und Tod.

Ergänzung zum Tourniquet-Video:

  • immer Datum und Uhrzeit auf / an dem Tourniquet vermerken für den Arzt, der später das Tourniquet lösen muss!
  • Bei der Anschaffung eines Tourniquets leuchtende Farben bevorzugen, damit es bei der professionellen ärztlichen Versorgung sofort auffällt.
  • Notfalls auch anderweitig darauf aufmerksam machen (zB mit Filzstift die Uhrzeit auf die Stirn des Verletzten schreiben!), damit die Blutzufuhr baldmöglichst wieder hergestellt werden kann und nicht unnötig verzögert wird, weil der Arzt vlt. keine Blutung sieht und sich einer anderen Verletzung zuerst zuwendet.
  • Den Tourniquet 1-2 handbreit vor der pulsierenden Blutung – also körperwärts – platzieren.

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