SHTF: Notfallmässige Blutstillung Teil 2 Chemische Substanzen

neben der in Teil 1 genannten mechanischen Blutstillung durch Druck (verbände) oder Tourniquets, die an den Extremitäten meist ausreichend wirksam sind, gibt es noch die Möglichkeit, den Blutverlust mittels chemischer Substanzen zu stoppen. Diese Möglichkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung und Beliebtheit und ist ein wachsendes pharmazeutisches Marktsegment nicht zuletzt wegen der Kriege, die als begrenzte Krisenherde beständig am Lodern gehalten werden. Wer hier das Bild einer chronisch eitrigen Entzündung vor seinem geistigen Auge sieht, der ist sicher nicht weit von der Realität entfernt.

Einsatzgebiete für topisch (d.h. lokal) wirkende blutstillende Substanzen sind z.B. Körperstellen, auf die man nur schwierig Druck ausüben und damit die Gefässverletzung abdichten kann so  z.B. Hals und Bauchraum , aber natürlich auch überall sonst, wenn man aus welchen Gründen auch immer keinen ausreichenden Druck auf das blutende Gefäss zustande bringt, vielleicht auch, weil zuviele Blutgefässe auf zu grossem Areal betroffen sind oder die Blutungsquelle zu tief in der Körperhöhlung liegt. Siehe hierzu weiterführende Literatur

Anzumerken ist, dass man auch bei Einsatz der chemischen Blutstillung nicht auf Druckanwendung verzichten sollte, notfalls auch, indem man im Falle einer grossen Arterie beherzt das blutende Gefäss mit den Fingern packt.

Für folgenden Artikel verweise ich auf die Gültigkeit meines Disclaimers im Teil 1 dieser Serie und die ausschliessliche Eigenverantwortlichkeit eines jeden Lesers im Umgang mit den hier dargestellten Informationen sowie meine uneingeschränkte Empfehlung, sich mit Fachliteratur zu versorgen und sich an die bekannten Rettungsdienste u. Organisationen zu wenden, die professionelle Schulungen und Übungsmöglichkeiten anbieten. Die nachfolgend genannten Produkte bzw. Hersteller sind ausschliesslich als willkürliche Beispiele und keinesfalls als Werbung aufzufassen. Sie wurden gewählt z.B. weil auf den entsprechenden sites die Anwendungen oder Wirkweisen anschaulich dargestellt werden oder weil sich ein Produkt auf dem Markt bereits etabliert hat (vergleichbar mit dem Markennamen Aspirin für eine Vielzahl von Herstellern von Acetylsalicyl haltigen Tabletten und Pulvern).

Die natürliche Blutstillung oder Hämostase, ist ein komplexer Vorgang, den man an verschiedenen Schlüsselpunkten unterstützen kann. Daher haben die einzelnen zur Verwendung kommenden Substanzen auch sehr unterschiedliche Einsatzgebiete und sind nicht alle für den Ersthelfer relevant.

Eine gut verständliche Einführung über die Bedeutung der chemischen Blutstillung findet man in dem sehr interessanten Artikel Versorgung von Blutungen auf dem Gefechtsfeld  im TRUPPENMAGAZIN des österreichischen Bundesheeres.

Welche chemischen Grundsubstanzen (labortechnisch aufbereitet!) zur lokalen Blutstillung kommen nun in Betracht?

Neben der Auswahl einer Substanz und ihrer Eigenarten spielt auch die Applikationsform eine Rolle. Es gibt Gele aus Injektoren, Streu-Granulate, Schäume oder beschichtete Schwämme, Auflagen und Gazeverbände.

In einem weiteren Folgeartikel werde ich versuchen, einen kleinen Überblick über die Anwendungsbereiche der zur Zeit gebräuchlichsten Substanzen und Applikationsformen zu geben.

 

 

 

 

 

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