Ist die freie Käuflichkeit einer Armbrust bald Geschichte?

In einem Artikel vom März 2017 lies hier  warnt die German Rifle Association davor, daß nun auch die Armbrust in den Fokus der Regulierer und Verbieter zu geraten scheint. Zunächst werfen wir deshalb einen Blick in die derzeitige Gesetzeslage in der BRiD.

Disclaimer/Haftungsausschluß: ich übernehme keine Verantwortung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Information, obwohl ich diese nach bestem Wissen und Gewissen hier zusammengetragen habe. Ich erteile auch keinen rechtlichen Rat und weise darauf hin, daß sich die Gesetze / Verordnungen jederzeit ändern können. Es muß sich daher jeder selbst anhand der Originalgesetze und Verordnungen kundig machen, das hier Geschriebene prüfen oder sich von zugelassenen Rechtsanwälten beraten lassen.

Unter das Waffengesetz fallen neben Schusswaffen und Feuerwaffen auch Luftdruck-, Federdruck- und CO2-Waffen sowie die Armbrust als den Schußwaffen gleichgestellter Gegenstand; nicht vom Waffengesetz geregelt ist der Bogen.

Der Umgang (dh erwerben, besitzen, überlassen, führen, mitnehmen, schießen, bearbeiten) mit Waffen ist nach dem Waffengesetz – soweit nicht ausdrücklich Ausnahmen geregelt sind – nur Personen über 18 Jahre erlaubt. Beim Kauf ist der Händler dazu verpflichtet, dies beim Käufer nachzuprüfen. Eine Unterlassung ist strafbar. Auch bei privaten Verkäufen sollte man sicher gehen, dass der Käufer das entsprechende Alter hat, um bei später auftretenden Problemen auf der sicheren Seite zu sein (Stichwort: Vertrag UND Ausweiskopie aufbewahren).

Ausnahmen gibt es für Spielzeugarmbrüste, sofern die Bolzen/Pfeile eine Bewegungsenergie von maximal 0,16 Joule/cm² beim Abschießen nicht überschreiten können. Dazu zählen in vielen Fällen auch Modellwaffen für Live Action Role Playing (kurz LARP).

Für das „Schießen“ mit der Armbrust gelten die gleichen Altersgrenzen wie für Druckluftwaffen (12 Jahre mit Ausnahmemöglichkeit) – Ziffer 27.4.2.3. WaffVwV.

Genauer:  Außerhalb von Schießstätten bedarf das Schießen mit Schusswaffen, in diesem Fall der Armbrust, IMMER und GRUNDSÄTZLICH einer behördlichen Erlaubnis (Ausnahmen bitte im Originalgesetzestext nachlesen).

Das Führen, also Beisichtragen einer Armbrust, ist jedoch FREI  und benötigt (im Gegensatz zu z.B. Schreckschußwaffen) keinen Kleinen Waffenschein. Doch VORSICHT!

  1. Das Führen oder Transportieren der Armbrust mit eingelegtem Bolzen bzw. in gespanntem Zustand bedeuted, daß die Armbrust schußbereit geführt/transportiert wird. Das ist nicht erlaubt!
  2. Das Führen auf öffentlichen Veranstaltungen jeglicher Art ist VERBOTEN!!!  Explizit heißt es:  Wer an öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, darf keine Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 führen.
  3. Das Führen auf fremdem Grund und Boden bedarf IMMER der ERLAUBNIS des HAUSRECHTS-INHABERS. Also, will man einmal mit seiner Armbrust zum Nachbar, muß dieser seine Erlaubnis geben. Kommt man gerade durstig aus dem zweistündigen Parcour getrottet und will sich im nahen Einkaufsladen oder Cafe mit einer Limo erfrischen, bedarf das Mitführen der Armbrust der Erlaubnis des Ladeninhabers…

Auf zugelassenen Schießstätten darf ohne behördliche Einzel-Erlaubnis geschossen werden, wenn bzw. da diese Schießstätten eine generelle Schießerlaubnis haben.

Voraussetzung für das Schießen von unter 18 Jährigen mit der Armbrust (auf zugelassenen Schießstätten, versteht sich!) ist, dass eine schriftliche Einverständniserklärung des/der Sorgeberechtigten vorliegt oder diese anwesend sind.

Das Schießen darf für Luftdruckwaffen (Armbrüste sind diesen gleichgestellt) bis zum 14. Lebensjahr und für sonstige Waffen bis zum 16. Lebensjahr nur unter Obhut einer zur Kinder- und Jugendarbeit geeigneten Person (Jugendbasislizenz) oder des zur Aufsichtführung berechtigten Sorgeberechtigten – neben der Schießstandaufsicht – durchgeführt werden.

Von den Altersgrenzen soll eine Ausnahme bewilligt werden, wenn durch eine (z.B. haus)ärztliche Bescheinigung die geistige und körperliche Eignung und durch eine Bescheinigung des Vereins die schießsportliche Begabung glaubhaft gemacht sind.

Mit freien Luftdruckwaffen, sogenannten SRS Waffen und auch der freien Armbrust darf auf dem eigenen befriedeten Besitztum geschossen werden, wenn sichergestellt ist, daß das Geschoß, also Pfeile, Bolzen oder Stahlkugeln, das Besitztum keinesfalls verlassen können. Auch ein Schießen in den eigenen Kellerräumen ist erlaubt. Die Jagd auf Wild mit der Armbrust in Deutschland ist verboten. Spezielle Aufbewahrungsvorschriften gibt es nicht, ausser daß man zu jeder Zeit sicherstellen muß, daß die Armbrust nicht in die Gewalt von Unberechtigten  (also Kindern) gelangen darf. Daher am besten immer in einem abgeschlossenen Behältnis aufbewahren und transportieren. Auch die Unauffälligkeit beim Transport ist für mich persönlich ein wichtiger Faktor.

Soweit, so gut…

Bereits 2007 forderte der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt eine Erlaubnispflicht sowohl für Soft Air Waffen, als auch für die Armbrust und bedauerte zu tiefst, daß eine diesbezügliche Verschärfung des Waffenrechts gerade gescheitert war, wie die WELT   berichtete.

Im März 2017 berichtete die wize.life und Heute.at  sowie die BILD Zeitung, daß ein bekannter Islamist, übrigens ein angeblicher Deutsch-Russe – was immer das auch sein mag und wie gut die Geographiekenntnisse des Journalisten sind, kann ich auch nicht beurteilen, nachdem schon die Bundeskanzlerin Berlin in Rußland verortete (war da der Wunsch die Mutter des Gedanken?) – eine Armbrust kaufte und die Polizei dem tatenlos zusehen mußte.

Handfeste Beweise, daß dieser „Islamist“ plante, mit der Armbrust akut einen Anschlag auszuführen, gab es nicht, und so habe man ihn nach eintägigem Arrest und Befragung wieder ziehen lassen müssen. Zumindest hier funktioniert also der Rechtsstaat augenscheinlich noch.

Doch soetwas will das BKA natürlich nicht auf sich sitzen lassen und legte den Fall der „Frau Doktor für alles“ aka Merkel vor mit dem Ziel, Zitat aus Heute.at: „um eine Gesetzesänderung zu erwirken, damit auch eine Armbrust als Waffe und nicht als Sportgerät gilt.“  Ja, sehr fachlich recherchiert, meine lieben Pressefuzzis von Heute.at. Zu faul oder zu dumm, einmal in die vorhandenen Gesetzestexte zu schauen und das darin geschriebene Wort zu verstehen! Daß ihr als Österreicher keine Ahnung von deutschen Gesetzen habt (so ihr nicht einfach nur von deutschen Glaubensbrüdern abgeschrieben habt), entschuldigt euch nicht.

Die Leser meines Blogs haben mehr Wissen. Eine Armbrust ist bereits nicht nur eine Waffe, sondern sogar einer Schußwaffe gleichgestellt! Und wie kann es sein – so fragt man sich nach der Lektüre von wize.life – daß,  Zitat: „… Außerdem hatte Iwan K. anscheinend Vorbereitungen getroffen, um den hochexplosiven Sprengstoff TATP herzustellen...“  bei tatsächlichen Vorbereitungen eines Anschlages der Polizei die Hände gebunden gewesen sein sollen?

Ja, es ist richtig, wer Anleitungen zum Bxxxx-bau auf seinem Rechner liegen hat, ist noch lange kein Terrorist. Wer Nagellackentferner und Wasserstoffperoxid zum Haarebleichen oder zur Reinigung, vermutlich sogar nur als 3% ige Lösung oder Kaliumchlorid (Tomaten- u. Aquariumdünger) oder mehrere Kilogramm Waschmittel zuhause hat, ist ebenfalls noch lange kein Terrorist.

Wir wissen natürlich nicht, ob die guten Männer vom BKA der „Frau Doktor im Bundesbunker“ bei ihrem Besuch nicht auch gleich vorgeschlagen haben, den kleinen Waffenschein für Nagellackentferner und Marilyn Monroe Blondinen

Mazda 6, sexy Blondine

zu verordnen, was ich irgendwie verstehen könnte….

Was jemanden allerdings wirklich verdächtig machen würde, das wäre die unübliche Menge dieser Substanzen und deren Konzentration. Mit einem Flascherl Nagellackentferner und 3% Peroxid (30% ist für Normalverbraucher in der BRiD schon lange nicht mehr erhältlich und bei Tomatendüngerkauf wird man behandelt wie ein Geldwäscher, während in Polen das Zeug in 10 kg Säcken online vertickt wird) kommt man nicht weit beim Bxxxx-bau, da ist eine Flasche Wodka effektiver…oh Pardon Herr Putin. Bei Ihnen ist alles etwas potenter als im Westen wie mir scheint.

Im Übrigen muß es einem völlig weltfremd erscheinen, wenn jemand glaubt, eine Armbrust sei für ein Massenattentat geeignet. Umständlich in der Handhabung, selbst in der martialisch wirkenden tactical Versionlink / Pistolenarmbrüste  langsam, auffällig und ohne Training wenig effektiv… jede Machete, jedes Haushaltsmesser und jedes Kraftfahrzeug (wie man bereits gesehen hat) ist effektiver und das wissen auch die Experten des BKA. Ob allerdings diese Version einer Pistolenarmbrust link  bei uns erlaubt ist, weiß ich nicht.

Wahrscheinlicher erscheint mir da schon ein befürchtetes gezieltes Scharfschützen Attentat auf eine Einzelperson und das dürfte auch dem BKA Besuch  bei „Frau Doktor wir schaffen das“ zugrunde gelegen haben. Denn was interessiert die Eliten das gemeine Volk und Attentate gegen dieses?

Außer natürlich, dass sie gute Gelegenheiten für Foto-Ops in abgeriegelten Seitenstrassen darstellen, bei denen die größte Herausforderung darin besteht, einmal nicht iovial zu grinsen, wobei selbst das nicht gelingt. Der Automatismus der Selbstherrlichkeit ist zu tief eingebrannt.

Ich werde jedenfalls die Entwicklung der gesetzlichen Bestimmungen bzgl. der freien Käuflichkeit von Armbrüsten weiter beobachten und bei Bedarf berichten.

aus:

  • Verlag: Heye in Kalenderverlag KVH (19. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3840144248
  • ISBN-13: 978-3840144240

 

 

 

 

 

 

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