Ist der waffenlose Mensch sicherer?

starten wir thematisch gleich einmal mit einem nachdenkenswerten video Beitrag : erschienen im quer-denken.tv

„Viktor Farkas, der bekannte Wiener Enthüllungsjournalist, geht der von staatlicher (Anmerkung meinerseits: sowie links-pseudo-peace) Seite gern propagierten Ansicht auf den Grund, daß die Anzahl legaler Waffen in der Bevölkerung zum Anstieg von Gewalt und Kriminalität führe. Ein beliebtes Argument von Seiten des Staates (Amerkung meinerseits: nicht der Staat argumentiert, sondern Staatspolitiker und Vertreter bestimmter NGO´s), die Waffengesetzgebung in unseren Ländern stetig zu verschärfen. Am Ende des Entwaffnungsprozesses sind die (illegalen) Waffen nur noch in den Händen der Kriminellen und der überforderten Polizei. Der Bürger steht hilflos und ohne jedes Mittel der Selbstverteidigung den aufgerüsteten Gewalttätern gegenüber. Gegenwehr ist meist tödlich. Der Fall Dominik Brunner ist ein gutes Beispiel: Seine Zivilcourage wurde hochgelobt und sogar mit dem Bundesverdienstkreuz honoriert, leider aber posthum.“

In Ergänzung verlinke ich hierzu Professor  John Lott  und seinem reichen Fundus an wirtschaftspolitischen und waffenbezogenen Themen für diejenigen, die mit dem Englischen gut vertraut sind.

Im Jahr 2001 veröffentlicht eine Rechtsanwaltskanzlei bereits eine Analyse über den Zusammenhang zwischen Verschärfungen im Waffenrecht,  Entwaffnung der Bürger und Höhe  der Straftaten, sowie eine Liste der bis dato stattgefunden Waffenrechtsverschärfungen und kam anhand der veröffentlichten Daten in Deutschland, in England und in Australien, sowie der Berücksichtigung  der Schweiz, Österreich, Norwegen und Brasilien zu dem Ergebnis, daß weder ein restriktives Waffenrecht, noch die Entwaffung der Bürger zu einer erhöhten Sicherheit durch absinkende Kriminalität und geringerem strafbarem Schußwaffengebrauch führten, zumal damals der Anteil von Straftaten, bei denen in der BRiD überhaupt Schußwaffen verwendet wurden, bei gerade einmal 0,3% lag.  Bei 1100 Straftaten mit scharfen Schußwaffen, handelte es sich in 991 Fällen um illegale Schußwaffen. Dh. der Anteil der legalen Schußwafen an Straftaten mit einer Schußwaffe lag bei 4,5% und machte 0,000115% aller überhaupt strafbaren Delikte aus. Sollte man sich angesichts solcher Fakten nicht besser und effektiver mit anderen Sparten der Kriminalität beschäftigen?

Schockierend für mich war insbesondere der Bericht über Australien zu lesen. Die Regierung hatte nach einem Massaker (also Anlassgesetzgebung) ein grundsätzliches Halbautomatenverbot erlassen und 640.000 legal besessene Schußwaffen landeten zwangskonfisziert  im Schredder, was wiederum 500 Millionen AUDollar kostete. Und der Effekt hinsichtlich der Sicherheit war nicht nur Null, sondern geradezu negativ. Ich frage mich, wie das sein konnte, daß sich die australischen Bürger „einfach so“ ihres Eigentums berauben ließen. Gab es Entschädigung? Existierte eine Gesetzesgrundlage dafür? Hatten die Sportschützen und Jäger keine Interessenvertretung?

Betrachtet man die Fälle steigender Straftaten selbst nach der Einführung restriktiver Waffengesetze, so beschleicht mich der Verdacht, daß da völlig andere Mechanismen für die Gewalt und das Greifbarsein von Schußwaffen wirksam sind als der legale Besitz, gegen die kein Vermeidungsgesetz ankommt. Denn dererlei Gesetze gingen bisher überall und gehen bis heute völlig an der Zielgruppe der Gewalttäter mit illegalem Schußwaffenbesitz vorbei. Und erstaunlicherweise: selbst die damals explosionsartig gestiegene Zahl illegaler Schußwaffen in Deutschland Ende der neunziger Jahre (hier verweise ich auf meinen Artikel: Wo sind all die Waffen hin…, von dem es demnächst einen Teil 2 geben wird), hat zeitnah nicht zu einer Erhöhung der Schußwaffenverwendung bei Straftaten geführt.

Wir halten also fest, daß alle relevanten statistischen Grundlagen, Erfahrungen und Analysen, die die Unwirksamkeit einer restriktiven Waffengesetzgebung belegen und einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Waffen und der Anzahl bewaffneter Straftaten widerlegen, bereits seit 20 Jahren der Polizei, der Rechtsprechung, der Verwaltung und der Politik vorliegen und sich null komma nichts an deren Argumentationsmuster,  Verhalten und Problemlösungsstrategie geändert hat.

Und hier im Gegensatz dazu eine Sudie der medizinischen Universität New York, mit einem derart schlechten Design (so nennt man die Planung der Fragestellungen und Untersuchungsmethoden usw.), daß diese nur von einer noch schlechteren medialen Aufbereitung im standart.at getoppt wird, der das Ergebnis so zusammenfasst: Viele Feuerwaffen, viele Tote.

Ich erwähne dies nur, weil man auf Grundlage eines solchen Berichtes noch nicht einmal fundiert darüber diskutieren kann, geschweige denn will (und ich diskutiere gerne), während gleichzeitig völlig undifferenziert und unzulässige Behauptungen aufgestellt werden, die sich in den Köpfen der Öffentlichkeit festfressen. „Framing“ nennt man dies, worauf ich  in einem früheren Bericht auf diesem Blog  bereits unter Hinweis auf den Vortrag von Dr. Daniele Ganser im Juni 2017 an der Uni Köln, hingewiesen habe.

Aber nicht nur in österreichischen Medien wird diese Studie völlig unkritisch  als Argumentationsgrundlage herangezogen. In der  Zeit  erschien ein ähnlich tendenziöser Artikel, der über die schrecklich hohe Zahl der Schußwaffenopfer im „Waffenland“ Deutschland berichtet. Erschreckende 27 Todesfälle mit legalen Waffen seien im Jahr 2013 zu verzeichnen gewesen! Und die Autorin kann noch nichteinmal sagen, ob es sich um Straftaten oder Unfälle handelte. Gut recherchiert, sage ich da nur. Und 27 Tote bei 5,5 Millionen Schußwaffen und 1,45 Millionen registrierten Waffenbesitzern… Frau Milbradt, für wie einfältig halten Sie Ihre Leser? Kein Wunder, daß diese sich beleidigt fühlen bei diesem Niveau und ihre Abonnements kündigen. ZEIT wird´s….

Wer sich für weiterführende Analysen in Sachen Waffenrecht und Kriminalstatistik interessiert, wird u.a. bei der GRA, der German Rifle Association, sicher fündig.

Aber damit nicht genug, müssen auch noch die Suizide unter Schußwaffenverwendung herhalten,  die geradezu irrelevant niedrigen Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik auf ein einigermaßen empörungsfähiges Niveau zu heben. Doch man lese eine vernünftige Studie diesbezüglich hier:  Suizid     Mit dem Fazit: Die Verminderung des (legalen) Waffenbestandes ist daher zur Reduzierung von Suiziden völlig ungeeignet. 

Ein weiteres Scheinargument möchte ich zerpflücken: wenn es keine Schußwaffen gäbe, aber es psychische Erkrankungen gibt, bei denen man sich ausschließlich erschießen will (ja, soetwas gibt es, übrigens auch bzgl. anderer Methoden), dann könne man zumindest diese Leben durch ein restriktiveres Waffengesetz oder Schußwaffenverbot irgendwie retten. Denn wo die Privathand keine Schußwaffe hat, kann sie auch keinen Finger an den Abzug legen.

Aber leider ist das völlig naiv gedacht, denn diese Suizidalen lassen sich dann planmäßig von zB Polizisten erschießen: Suicide by cop genannt und in den USA nicht selten – in der BRiD noch selten.  Da sich nun aber Ärzte und die Presse hierzulande schon vor 30 Jahren darauf geeinigt haben, möglichst nicht über Suizide öffentlich zu berichten, um gefährdete Menschen nicht noch in ihren Vorhaben zu motivieren, ist das Thema suicide by cop der Öffentlichkeit natürlich nicht so im Bewußtsein. Dem polizeidienstlichen Schußwaffengebrauch und dessen Folgen wird evtl. einmal ein eigenes Thema gewidmet.

Was im Zusammenhang mit dem Schußwaffengebrauch durch die Polizei noch von Bedeutung sein könnte, ist der Sachverhalt, daß es in der BRiD den Polizisten erlaubt ist, ihre Dienstwaffen nach entsprechender Beantragung und unter Beachtung der entsprechenden Einschränkungen im Waffengesetz (nicht bei öffentlichen Veranstaltungen u.s.w.) auch außerhalb ihrer Dienstzeiten zu führen. Mit Ausnahme des linksgrün friedlichen Berlins, da hat der oberste Dienstherr seinen Bütteln, Ordnungshütern und Verbrechensbekämpfern im Juni 2016 das absolute Mißtrauen ausgesprochen und ihnen das Führen der Dienstwaffen außerhalb des Dienstes verboten.

In Österreich hingegen hat man vor kurzem wieder Vernunft angenommen und den Polizisten das Führen ihrer Schußwaffen außerhalb ihres Dienstes wieder erlaubt. Die Berliner Polizisten müßten einem auch aus anderem Grunde schon beinahe leid tun, mußten sie doch die abgetragenen und ausgemusterten P6 ihrer schleswigholsteinischen Kollegen übernehmen, weil Berlin diese für den Schnäppchenpreis von 1 Euro das Stück ergattern konnte. Welch Ironie, daß gerade der Innenexperte der Linken, Hakan Tas, die veralteten Waffen aus Schleswig-Holstein für ein Sicherheitsrisiko für die Berliner Beamten hält und zu Recht die CDU anprangert, daß sie immer das Thema Sicherheit spiele, sich hier aber damit lächerlich mache.

Inwieweit solche statements nur aus richtig verstandenen Oppositionsaufgaben heraus getätigt werden oder ob der homosexuelle Mann mit türkischem Migrationshintergrund ebenso wie viele andere Politiker auch, aus einer Regierungsperspektive dann doch eine gänzlich andere Haltung einnehmen würde, werden wir erst erfahren, wenn diese Politiker einmal an die Regierung kommen.

Na ja, wie sagte einmal ein Schießausbilder bzgl. einer regen Diskussion über Vor- und Nachteile verschiedener Waffenmodelle: „Was soll`s, schießen tun sie alle“. Und ergänzend möchte ich hinzufügen, daß bei den unterirdisch geringen Schießübungen bei der Polizei selbst nach Jahren die Waffen als „so gut wie neu“ einzustufen sind. Manch ein Sportschütze hat in einem Monat mehr Schußabgaben aus seiner Sportwaffe zu verzeichnen als ein Polizist im ganzen Jahr. Zumindest wurde den Berliner Polizisten jetzt doch noch eine Neuwaffenbeschaffung ab 2018 in Aussicht gestellt, um die Arbeitsmoral der Staatsdiener nicht gänzlich zu ruinieren.

Interessant in diesem Zusammenhang wäre noch, wie die Fälle eines außerdienstlichen Schußwaffengebrauchs statistisch behandelt werden. Dh. wie und wo wird der Schußwaffengebrauch nicht im Dienst befindlicher Polizisten in die Statistiken eingehen? Unter Straftaten mit Schußwaffen? Vielleicht weiß ja ein Blogleser, ob es hierfür eine eigenständige Kategorie gibt und schickt mir einen link.

Wie inzwischen bei mir üblich, dürfen die geneigten Leser auf eine Fortsetzung des Themas zu gegebener Zeit hoffen, denn der Titel meines heutigen Blogs ist nicht ohne Hintergrund so mehrdeutig gewählt.

 

 

 

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Ein Kommentar zu “Ist der waffenlose Mensch sicherer?”

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