Ein Witz, der Dich den Job kosten kann

http://www.zerohedge.com/news/2017-07-21/professor-rages-my-university-treated-me-criminal-over-joke

Erzählt wurde der Witz von einem Professor der Hopkins Universität während einer Vorlesung, woraufhin sich drei der anwesenden Grünschnäbel beim Direktor beschwerten, daß dies zu einem „feindlichen Lernumfeld geführt habe“.

Am folgenden Tag hätten dann die Sicherheitskräfte der Universität dem Professor den Zutritt verwehrt und er sei vom Unterricht suspendiert worden. Immerhin setzten sich 19 der Studenten dann noch für ihren Prof ein und schrieben entsprechende e-mails an das Direktorium der Universität.

Und hier nun das corpus delictum (Original, Übersetzung von mir), gesprochen in einer wirtschaftswissenschaftlichen Vorlesung über off-shore Unternehmen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer:

An American loses his job due to his work being off-shored. He is very depressed and calls a mental health hot line. He gets a call center in Pakistan where the call center employee asks, “What seems to be the problem?” The American responds that he has lost his job due to the work being sent overseas and states, “I am really depressed and actually suicidal.” The call center employee says, “Great. Can you drive a truck?”

Um die Distanz zum Geschehen zu verringern, verwende ich zur Übersetzung eine deutsche Nationalität:

Ein Deutscher verliert seinen Job wegen der Verlagerung seines Arbeitsplatzes ins Ausland. Er ist völlig deprimiert und ruft eine psychologische Notfall-Beratungsstelle an. Er wird verbunden mit einem pakistanischen Call Center und wird gefragt: „Was haben sie für ein Problem?“ Der Deutsche schildert den Verlust seines Jobs, weil der Arbeitsplatz ins Ausland verlegt wurde und sagt: „Ich bin völlig unten und würde mich am liebsten umbringen.“ Der call-center Mitarbeiter antwortet:“Großartig! Können sie Lastwagen fahren?“

Und falls einem deutschen Lehrer oder Prof das gleiche oder ein ähnliches Schicksal zugefallen sein sollte, bringe ich noch ein statement der Universität von Chicago zur Rede-/ Ausdrucksfreiheit:

 [Education] should not be intended to make people comfortable, it is meant to make them think. Universities should be expected to provide the conditions within which hard thought, and therefore strong disagreement, independent judgment, and the questioning of stubborn assumptions can flourish in an environment of the greatest freedom.

Die Lehre sollte nicht zum Ziel haben, daß sich Leute wohlfühlen, sondern sie ist dazu da, sie zum Denken zu bringen. Von Universitäten sollte erwartet werden werden, daß sie Bedingungen bieten, in denen logisches Denken und daraus resultierender Widerspruch, unabhängiges Urteilen und das Hinterfragen von hartnäckigen Annahmen und Mutmaßungen, in äußerster Freiheit gedeihen können.

Der betroffene Professor resumiert, daß die jungen Menschen übersensibilisiert wurden und werden bzgl. der politischen Korrektheit.  Auch ein Dr. Mc Kinnon erinnert an die Kriegszeit, vor 70 Jahren, in der 18 und 19 Jährige für die Rede- und Meinungsfreiheit im WK II ihr Leben gelassen haben, während sie sich heute in ihrer Comfortzone gestört fühlen, wenn gewisse Trigger fallen, die zu heftigen Diskussionen führen könnten, Ideen, die ihre Gefühle verletzen, oder noch lächerlicher, Studenten, die glauben, sich vom Unterricht befreien lassen zu müssen, weil Hillary Clinton die Wahl verloren hat. Die Redefreiheit und das, was eine Universität ausmacht, sind seiner Ansicht nach an einem Scheidepunkt angelangt.

In 1944, 18-year-olds were losing their lives on the beaches of Normandy to protect democracy, including free speech. In 2016 our 18-year-olds need trigger warnings for potentially hot topics of discussion, safe places if their feelings are hurt by an idea, or, even more ridiculous, time off from university because Hillary lost the election. Free speech and the idea of a university is at a crossroads.

 

 

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