Rumba – Roomba – und euere Wohnungsdaten

http://gizmodo.com/roombas-next-big-step-is-selling-maps-of-your-home-to-t-1797187829

http://gizmodo.com/this-roomba-maps-your-house-so-it-wont-keep-ramming-int-1731183123

Kleine süsse Robots , die den Boden kehren – zu Zeiten von Doris Day Filmen futuristisch harmlose Küchengadgets   https://www.youtube.com/watch?v=oX29IWihzlc  

wurden längst zu Spionen und Datensammlern und entwickeln damit eine Anziehungskraft auf Handeltreibende, die man nur mit der Wirkung von pheromon getränkten Gelbtafeln auf Borkenkäfer vergleichen kann.

Und wenn man meint, ALEXA Käufer und Fratzenbuch Nutzer wären die Einzigen, die sich und ihre intimen Daten ohne Notwendigkeit und blauäugig den Datensammlern von Geheimdiensten ausliefern, dann verschließt man die Augen vor der Realität. Es ist längst ein Krieg ausgebrochen um die Daten, mit denen man jeden Einzelnen und jedes noch so kleine Unternehmen steuern und kontrollieren will.

Wenn die werte Leserschaft nun denkt, was soll’s, ich habe nichts zu verbergen und bin ein kleiner Fisch! So mag das für heute zutreffen, aber ob das MORGEN auch so sein wird? Und was ist mit den Kindern? Wenn Daten gesammelt werden über das Lieblingsspielzeug, mit dem es später als Erwachsener das Gefühl der Geborgenheit und Freude verknüpft… was passiert, wenn diese ins Unterbewußtsein gerutschten prägenden Erinnerungen später zur Manipulation der Handlungen des Erwachsenen ausgenutzt werden? Haben die Eltern von heute hier nicht eine Verantwortung?

Paranoia? Kann nicht sein, denn die Entwicklung der Technologie und die Bildung von Infrastruktur verschlingt in diesem Geschäft Milliarden, nicht Millionen. Glaubt jemand ernsthaft, dieses Geld würde investiert, wenn nicht ein noch größerer Gewinn in Aussicht stünde? Dabei ist Gewinn ein verharmlosendes Wort. Der mit negativem Beigeschmack belegte Begriff „Profit“ trifft es eher. Und es ist nicht nur der Profit der Wirtschaft, oder der Profit von Geheimdiensten, sondern auch der Profit der herrschenden Klasse. Um es einmal mit dem bereits veraltet geglaubten Klassenkampfbegrifflichkeiten auszudrücken. Die herrschende Klasse denkt in die Zukunft. Auch wenn man das manchmal nicht glauben kann und will. Es ist wie mit Gemeindewahlen. Die Bürgermeister kommen und gehen… was beständig bleibt, das sind meist die Personen, die in den Verwaltungspositionen sitzen. 30, 40 Jahre. Die Diener des Leviathan. Der wechselt nur ab und an seine Haut.

Hier nun, was unser kleiner Staubsauger so treibt, während er für uns arbeitet.

wifi-friendly Roomba 980 can be controlled by your smartphone, and it uses a camera and sensors to remember where walls and furniture are in your home.“  Der kleine Buzi kann zuallererst via smartphone gesteuert werden. Sehr gut. Smartphones sind immer gut, um sich ungefragt Daten zu beschaffen. Wifi ermöglicht dann womöglich als Schnittstelle zum Hausnetz gleich eine Erweiterung des Zugangs zur Datenspeisekammer und hauseigenen Alarmanlage. (Weiß eigentlich ein Durchschnittsbürger jünger als 35 Jahre, was eine Speisekammer ist?).

Und da der Mensch ein visuelles Lebewesen ist, ist die Kamera natürlich unabkömmlich, wenn Buzi unter Hempels Sofa spioniert. Wer weiß, welches Corpus Delicti sich dort unten findet. Zumindest jedoch wird der Kleine im Laufe der Zeit die Grenzen der Wohnung und die Stellung der Möbel intus haben und eine Karte für sich erstellen.  Roomba that’s able to map out your home. Verständlich, auch ein Roboter will sich nicht ständig seinen Kopf an den Wänden anschlagen und lernt lieber in „Echtzeit“ über den buchstäblich aktuellen „Stand der Dinge“

Aber macht unser Buzi das nur mit seiner internen Speicher- und Rechnerkapazität? Nein. Wozu gibt es denn die Cloud. Dieses mysteriöse Zentrum, in das alle Daten gesaugt werden wie Materie in ein Schwarzes Loch. How does it work? Using visual localization and cloud-connected app control, the robot vacuum can paint itself a better picture of how your home is laid out. 

Okay, Buzi kann also mit Big Brother kommunizieren und sehen. Aber er kann auch hören. Unverdächtiger als Mikrophon hört es sich natürlich an, wenn man von akkustischen Sensoren spricht. Optical and acoustic sensors help it sniff out places on the ground where there’s a particularly large pile of dirt, as well. Diesen Begriff kann man im gesamten Verlauf der Weiterentwicklung beibehalten, ohne explizit sagen zu müssen, wann der Sprung vom akkustischen Sensor zum hightech Mikrophon mit Spracherkennung vollzogen wurde. Es ist weiterhin ein akkustischer Sensor, dessen Datensammlung zum Beispiel bei der Weiterentwicklung des Mikrofons helfen kann, indem die spezielle Raumakkustik berücksichtigt wird (Buzi’s Sensor erfasst Teppiche, Untergründe, Grundfläche, Heimtextilien…). Das könnte nun wiederum die interaktiven Smart-TV Hersteller sehr interessieren, die ja mit ihren Zuschauer so gerne kommunizieren wollen. Interaktiv also. Ob die Zuschauer das nun gerade wollen spielt nur zur Zeit eine Rolle. In Zukunft vielleicht nicht mehr. Wenn wir alle zu Gefährdern deklariert wurden. Oder wenn man einfach wissen will, wer in einem Haushalt welche Partei wählt.

Soweit zu einem Bericht aus 2015. Heute ist 2017 und das Unvermeidbare kommt ans Licht: Now, the device’s makers plan to sell that data to smart home device manufacturers, turning the friendly robot into a creeping, creepy little spy.  Also die Buzi Hersteller möchten nun die gesammelten Daten weiterverkaufen an Hersteller anderer ähnlicher Produkte für das „smarte Heim“.  Insbesondere die seit März mögliche Verknüpfung mit ALEXA Daten regt die Magenschleimhäute der Datenhaie an:

“There’s an entire ecosystem of things and services that the smart home can deliver once you have a rich map of the home that the user has allowed to be shared,” said [iRobot CEO Colin] Angle.

[…]

Angle told Reuters that iRobot, which made Roomba compatible with Amazon’s Alexa voice assistant in March, could reach a deal to sell its maps to one or more of the Big Three in the next couple of years.

Also Kleinviehdaten machen auch Mist und in den Augen der Hersteller bilden diese Daten ein „reichhaltiges Ökosystem“. Ich stelle mir dieses Ökosystem von Kakerlaken, Maden und daraus hervorgehenden Fliegen gerade bildlich vor…

Einer der potentiell vielversprechendsten Kunden ist Amazon, die auf dieser iRobot Grundlage natürlich ihre Werbung gezielter platzieren will. Das wirft bei mir die Frage auf: die Daten meines Roomba gehen in die Cloud, werden über mein Handy dann mit mir persönlich in Beziehung gebracht und Amazon spielt die Werbung dann auf meinen Computer und mein Mobiltelefon (sorry smartphone, das inzwischen intelligenter ist als sein Nutzer)? Also das Licht im Esszimmer ist etwas zu schummrig, hier ein Angebot von Lichtluxfux. Seit Wochen keine Kondome mehr unter dem Bett? Wie wäre es mit der Adresse von Singletreffs und Partneragenturen? Oder vielleicht doch lieber eine Packung Schwangerschaftstest all in one? Blumenkästen bei UV-Licht und konstanter Luftfeuchte…das wäre doch schon einmal ein Grund für ein SEK Team, um nachzusehen, ob das nicht Cannabisanbau im 4. Stock sein könnte.

Maybe that doesn’t unnerve you, but it probably should. This is all part of the larger quest for a few major companies to hoover up every bit of data about you that they can

Ja, klingt harmlos, aber es sollte einen tatsächlich, wie zitiert, beunruhigen, weil es Teil einer größeren Agenda einiger weniger Quasi-Monopolisten, verharmlosend „big player“, großer Spieler, ist. Aber nicht nur die kommerzielle Verwendung gesammelter Daten, für die die Datenlieferanten, also  wir Menschen, nicht nur keinen Wert-Ausgleich bekommen, sondern sogar noch teuer bezahlen, also nicht nur die kommerzielle Verwendung ist ein Problem, sondern auch die Unkontrollierbarkeit des Datentransfers und damit der Datenschutz sowie die nicht garantierbare Datensicherheit.

IRobot informiert seine Kunden in typischer Juristensprache über das, was das Buzi so kann und tut und daß man die Cloud Funktion abschalten kann. Wohlwissend, daß kaum einer diese Hinweise liest und der größte Teil der Käufer eher dem Spieltrieb verfällt als sich damit auseinanderzusetzen, welche Konsequenzen die Datensammelei hat. Insbesondere, da die Datensammlung eben KEINE DIREKTE und SOFORTIGE negative Auswirkung auf den Käufer zeitigt, sieht das Unternehmen keinen Anlass zur Besorgnis, daß die Praktik des Datensammelns schlecht für’s Geschäft ist oder in absehbarer Zeit werden könnte.

Auch verspricht das Unternehmen vor der Datenweitergabe die betroffenen Personen zu informieren und die Zustimmung einzuholen, aber das ist eher eine Art Beruhigungspille: Weitergabe darf laut den AGB’s defacto überallhin erfolgen, auch ohne Zustimmung:

[We may share your personal information with] other parties in connection with any company transaction, such as a merger, sale of all or a portion of company assets or shares, reorganization, financing, change of control or acquisition of all or a portion of our business by another company or third party or in the event of bankruptcy or related or similar proceeding.

Dyson, der HighTech Mitbewerber im Bereich Roboterstaubsauger verspricht: niemals Daten weiterzugeben… Ob man das einfach so glauben soll, wenn die Firma ebenfalls mit Amazon Echo kooperiert, ist für mich mehr als fraglich.

 

The 100 Greatest Movie Robots of All Time

https://www.pastemagazine.com/articles/2015/11/the-100-greatest-movie-robots-of-all-time.html?a=1

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