Verkehrsdaten-Sammlung, da sind sich alle deutschen Autobauer einig

http://jalopnik.com/audi-bmw-and-mercedes-teamed-up-for-the-sake-of-traffi-1797280739

Ach wie gut daß es die potente deutsche Wirtschaft gibt! Mit fähigen deutschen Ingenieuren (und ausländischen, meist schlechter bezahlten, aber nicht unbedingt weniger fähigen „sidekicks“) soll einem Phänomen contra gegeben werden, für das es bisher keine Lösung zu geben scheint: Dem Verkehrschaos. Wie überall in unserem Land glaubt man, durch bessere Verwaltung dieses Chaos, das Problem „lösen“ zu können, wohlwissend, daß es keine Lösung ist, nur Schminke. Aber es fühlt sich gut an für das Volk, wenn sich alle Beteiligten in einer Kraftanstrengung zusammentun, um diesem Volk zu dienen. Ja man muß sich nur besser und effizienter verwalten und alles wird gut.

So haben sich nun unsere wackeren Autobauer zusammengeschlossen, um den größten Echtzeit-Verkehrs-Service auf die Beine zu stellen. Beteiligt sind Audi, BMW und Mercedes. Sie alle wollen die Daten von Millionen von Fahrzeugverkehrsdaten zusammenführen für dieses Projekt. VW hat wohl zur Zeit andere Probleme…

Die Autobauer gründeten dafür in Amsterdam die gemeinsame Firma HERE, die ihren Service seit Mittwoch in 60 Ländern anbietet. Though using vehicle sensor data helps give out more precise and timely traffic condition, the underlying goal here is to aid the development of, you guessed it, driverless cars.

Aber wir ahnten es schon, die Zusammenführung sämtlicher Daten aus den Autocomputern in eine große Datenbank dient nur in zweiter Linie der Steuerung des Verkehrsaufkommens durch Informationsübermittlung an den Verkehrsteilnehmer. Weit wichtiger ist den Autoherstellern, diese Daten für das automatisierte Fahren nutzen zu können. Die sogenannte „Vehicle to Vehicle“ Kommunikation oder „Vehicle to Infrastructure“ Kommunikation erlaubt detailierte Abbildungen von Verkehrsvorgängen, wobei tunlichst nicht erwähnt wird, das Informationsströme Einbahnstrassen sein können, Kommunikation aber nicht.

Das heißt, daß die Infrastruktur auch mit dem Fahrzeug komunizieren kann, zB ein Stopschild sendet ein Signal, das den Bordcomputer dazu veranlaßt bis zum Stehen zu bremsen und der Fahrer nichts oder nur aufwändig etwas dagegen tun kann. Es könnte auch an bestimmten Stellen abgefragt werden, wieviel km bereits gefahren wurden und ob der Halter sein Kontingent an ausgestoßenem CO2 bereits erreicht hat.

Jaja, Leute, das ist die Realität, die nur noch nicht in den Verkehr eingebaut wurde. Um solche Dinge etwas zu verschleiern, zieht man sich darauf zurück, daß man besorgt mitteilt: oh, leider können auch Hacker in die Autodaten eingreifen und z.B. einen Unfall verursachen oder nach einem Unfall Computerdaten manipulieren, die etwas über den Unfallhergang aussagen können. Die memory Funktion in der Sitzstellung zB könnte Aufschluß darüber geben, wer auf dem Fahrersitz platzgenommen hat.

Daß aber „der Hacker“ auch staatlich beauftragt sein könnte? Daß der Hack womöglich auch völlig „legalisiert“ erfolgen könnte, um eine gesuchte Person dingfest zu machen? Zum Beispiel weil noch die GEZ Gebühr des letzten Quartals aussteht? Bitte erst bezahlen, dann weiterfahren. Bezahlen Sie bargeldlos über die App Funktion in ihrem Radio. Vielen Dank und Gute Fahrt.

Daß sich hier aus ökonomischen Gesichtspunkten die Autohersteller zusammentun ist ebenso verständlich wie bedenklich. Echtzeitdaten über alle in Deutschland befindlichen Automarken (mit Ausnahme von VW, die aber durch Audi sicher mit im Boot sind, und Opel, die ja sowieso geschichte sind, und Ford wird sich anpassen müssen, sonst kann deren Auto nicht mehr am Verkehr teilnehmen)  ob gerade in der Garage oder auf dem Weg zur Apotheke in einer großen Datenbank vereint nicht nur zu speichern, sondern in Echtzeit zu verarbeiten, um sekundenschnelle (millisekundenschnelle) Kommunikation zu ermöglichen ist äußerst bedenklich.

Wer dabei von wirksamer Anonymisierungsmöglichkeit spricht, träumt. Und selbst wenn in einer oberflächlichen Schicht eine Anonymisierung möglich ist, damit vielleicht nicht jeder unter 12 Jährige aus den Fahrzeugdaten lesen kann, daß Papa gestern Abend im Swingerclub war, spätestens in der zweiten und dritten Schicht erhält man inklusive der Schuhgröße der im KFZ befindlichen Menschen alles aus diesen Daten. Man kann Bewegungsprofile erstellen! Und diese SOLLEN gar nicht anonym sein. Oder zumindest nur solange anonym, bis JEMAND explizit nachfrägt.

 

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