pöhse Waffenlobby – die GRA äußert sich zum letzten Tatort und die Eddie Eagle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen

überall, wo Waffenbesitz nicht sofort kriminalisiert wird, durfte ich erleben, daß man der Jugend und dem Gefahrenbewußtsein große Aufmerksamkeit schenkt und auch in der DDR war der Umgang mit Schußwaffen keineswegs neurotischer Natur.

Einschubfrage: was würde die Eltern von Kindern wohl mehr auf die Barrikaden bringen. Die einwöchige Sexualfrüherziehung im Regel-Unterricht oder eine einstündige Aufklärung zum richtigen Umgang mit Waffen und Munition? Oder ab 16 Jahre das flächendeckende Angebot einer AG „Sportschießen“ ?

Selbstverständlich ist der frühe Umgang mit Waffen in vielen Ländern auch einer kriegerischen oder militärischen Zielsetzung geschuldet, aber obwohl wir hier im friedlich-zvilisierten-demokratischen Westen, nicht wenige dieser Länder als nicht-lebenswerte korrupt-kriminelle und gefährliche rückständig-undemokratische Regime bezeichnen, die keinen demokratischen Rückhalt in ihrer Bevölkerung haben, ist es für mich bemerkenswert, daß gerade deren Regierungen keine Angst vor ihrem eigenen wehrhaften und wehrfähigen Volk zu haben scheinen.

In unseren demokratischen Landen hingegen… da wird schon eine Schreckschußwaffe, ein Multitool oder ein Pfefferspray zu einer nicht akzeptablen Mordwaffe.  Denn die Deutschen (und auch die Franzosen) sind ja im Grunde ihrer Seele blutrünstige Bestien, die einander und ihre gewählten Vertreter heiß- oder kaltblütig schnell einmal niedermetzeln. Und zu blöde sind sie (laut Pisa) auch, als daß sie verantwortungsbewußt mit Schußwaffen umgehen könnten.

Eine Waffe zur Selbstverteidigung ist dem einzelnen Deutschen ebenso verwehrt, wie viele Jahre den Deutschen -als Volk und Staatsgebilde- von den Siegermächten eine eigene Armee verwehrt wurde. Irgendwann erlaubte man dann doch eine Verteidigungsarmee. Leider hat aber das Individualrecht nicht mit dem Staatsrecht gleichgezogen. Weshalb eigentlich nicht? Unsere Regierung führt inzwischen sogar wieder bewaffnete Angriffskriege mit ihrer Verteidigungsarmee, die sich mit Abschaffung der Wehrpflicht zu einer Söldner-Armee gemausert hat. Damit ist unser Staat, unsere Regierung schon längst über das von den Alliierten zugestandene  Selbstverteidigungsrecht hinaus.Der einzelne Mensch aber noch immer in Fesseln.

Ich empfinde es als äußerst merkwürdig, daß der Staat (respektive die Regierung), der in der Vergangenheit anderen Staaten den Krieg erklärt und seine friedliche Bevölkerung in den Krieg gezwungen und getrieben hat, wieder das Recht des Waffentragens und des Waffeneinsatzes bekommt. Der einzelne Mensch, der sich der Kriegsdynamik damals kaum entziehen konnte, aber als der eigentlich Schuldige, als der kriegslüsterne Verursacher hingestellt wird und die Konsequenzen, also die Beschneidung seiner existentiellen Freiheit in einer sich verändernden Welt tragen muß.

Wie immer in unserer manipulierten angeblich freien Gesellschaft, wird den Menschen zumindest oberflächlich das Recht zugestanden, sich zur bewaffneten Selbstverteidigung zu befähigen. Also den Umgang mit Schußwaffen und Munition zu erlernen. Aber eben nicht zur Selbstverteidigung. Explizit nicht zur Selbstverteidigung. Und auch sonst wird der Umgang mit Schußwaffen in weiten Kreisen als „pfui“ oder mindestens als „suspekt“ angesehen. Eine Folge der (Um-)erziehung insbesondere der 70 er Jahre (da begann die stetige Verschärfung des nationalen Waffenrechts) und gewünschten öffentlichen Meinungsbildung. In der Schweiz ist das natürlich anders und in Österreich auch. Dort ist der Wunsch nach bewaffneter Selbstverteidigung (NOCH!) ein völlig legitimer Grund zur Beantragung einer Schußwaffenerlaubnis.

Nun aber zum lesenswerten Artikel der GRA hier, von dem ich einen Ausschnitt einstelle:

https://german-rifle-association.de/waffenlobby-beim-tatort-goldbach/

Die Tatort-Fernsehhandlung:   „…Der verschwundene Nachbarsjunge nahm sich eine Pistole, in der noch eine Kugel im Lauf steckte, und hatte mit dem Mädchen “gespielt”. Dabei kam es zu der tödlichen Schussabgabe (sehr realitätsnah).“

Waffenlobby hätte das verhindern können

Die “böse” Waffenlobby NRA unterrichtet seit Jahrzehnten Grundschulkinder über die Gefährlichkeit von Schusswaffen. Die NRA geht in die Schulen (ohne Waffen) und erklärt den Kindern, was diese tun sollen, wenn sie zufällig eine Schusswaffe finden. Seit 1988 wurden so über 25 Millionen Grundschüler aufgeklärt mit dem Eddie Eagle GunSafe® Program

Wenn du eine Waffe siehst:
STOP!
Nicht anfassen.
Renn weg.
Erzähle es einem Erwachsenen.

Wenn wir in Deutschland eine echte Waffenlobby ala NRA hätten, dann wären die Grundschulkinder aufgeklärt gewesen. Dann hätten sie gewusst, was beim “Spielen” passieren kann. Dann wären sie mit dem Fund eventuell ähnlich vorsichtig umgegangen wie mit einem Feuer im Wald: Sie wären weggelaufen und hätten einem Erwachsenen davon berichtet. (Anmerkung: und man hätte keine glaubwürdige Story für den Tatort gehabt)

Doch kommt kein einziger Tatortkritiker auf diese Diskrepanz.

Liegt das daran, dass niemand über die “guten Taten der Waffenlobby” berichtet?

Ich hatte schon 2014 über dieses Eddie Eagle-Programm geschrieben: Waffen und Kinder: Waffenwahn?  Es gibt auch andere Safety-Kurse der “bösen” Waffenlobby in den USA. Dort wird aufgeklärt, wie man Selbstmorde mit Schusswaffen erschwert, wie man sich bei Notwehrfällen verhält, wie man Waffen sicher aufbewahrt, wie man “Strohmannkäufe” erkennt u.v.m. Diese Kurse haben bewirkt, dass tödliche Unfälle mit Schusswaffen bei Kindern um über 80% zurückgegangen sind, obwohl es immer mehr private Schusswaffen in den USA gibt.

….

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