80 Mio Dollar für ein Folterhandbuch

http://www.focus.de/politik/ausland/us-verhoer-gefaengnis-in-afghanistan-in-windeln-in-kaeltekammern-ausgesetzt-mit-diesen-methoden-folterte-die-cia_id_7698098.html

„Die Dunkelheit“ – „Cobalt“ ist das berüchtigte Gefängnis in Kabul, in dem zwei CIA Psychologen James Mitchell und John Jessen Unwesen trieben. Nun, zumindest stehen diese beiden jetzt wohl in Washington vor Gericht, wie man liest.

„Bevor das Gefängnis im September 2002 in Betrieb genommen wurde, sollen die Psychologen ihre Foltermethoden an einem palästinensischen Islamisten erprobt haben. Er wurde demzufolge 83 Mal Waterboarding unterzogen und soll 1000 Stunden zusammengepfercht in einer kleinen Box verbracht haben. Eine spätere Untersuchung soll zu dem Ergebnis gekommen sein, dass der Häftling, der heute im US-Gefängnis von Guantanamo auf Kuba einsitzt, nur deswegen überlebte, weil er wirklich nichts gewusst habe.“

Ist das nicht herzig…nach all den Qualen hält man diesen Mann noch immer auf Kuba? Und er hat nichts gewußt? Was macht er dann noch dort? Ich oute mich hier, wenn ich sage, ich bin kein Freund von Kuscheljustiz, ich sehe Bestrafung als Konsequenz als legitim und kann auch durchaus der Befriedigung von Rachegefühlen etwas abgewinnen. Immer aber unter Wahrung des rechten Maßes, im Sinne von Paracelsus. Und diesen Mann seit über 17 Jahren so zu mißbrauchen, durch Folter und anschließender Gefangenschaft, das überschreitet dann doch das Maß in meinen Augen.

2002 … jetzt haben wir 2017… die beiden Angeklagten erscheinen wie die reinkarnierten Propagandisten des „Hexenhammers“, des “Malleus maleficarum”. 1487 vom Dominikaner Mönch Heinrich Kramer und Jakob Sprenger, einem Professor der Theologie, verfaßt.

Allerdings muß man nach neueren Forschungen den Professor Sprenger insofern rehabilitieren, als daß Kramer dessen Namen nur zur Auflagesteigerung benutzt hatte und sogar soweit ging, die Bücher, die in Sprengers Umfeld herausgegeben wurden, ohne dessen Namen erscheinen zu lassen, damit dem Professor der Mißbrauch seines Namens nicht auffiel.

Ja, das Böse erscheint immer wieder, nur in neuem Gewande. Einmal als Buch für die Inquisition des rechten Glaubens einer römisch katholischen Kirche gegen Hexen und Hexer, 500 Jahre später für die Inquisition des rechten Glaubens der westlichen Wertegemeinschaft gegen Terroristen. Wir werden auf den nächsten Hexenhammer sicher nicht nocheinmal 500 Jahre warten müssen. Maximal 50.

 

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2 Kommentare zu “80 Mio Dollar für ein Folterhandbuch”

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