Frankreich Immigrationsentwicklung

Screenshot (2)

Ich fasse einen Artikel der Die Bundeszentrale für politische Bildung mit ein paar Fakten zusammen, die sicherlich mit Vorsicht zu genießen sind:

http://m.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/246825/migrationsgeschehen-und-einwandererbevoelkerung

Heute leben in Frankreich 13,1 Mio Menschen mit Einwanderungsgeschichte, das sind 20% der Gesamtbevölkerung. Zählt man die dritte Generation mit, kommen nochmals 4,7 Mio Menschen hinzu. Die Einwanderung sei in den letzten Jahren stetig gestiegen, wenn auch moderat im internationalen Vergleich. Die Veröffentlichung weist darauf hin, daß nur die Erstaufenthaltsgenehmigungen aus Drittstaaten berücksichtigt wurden, aber nicht die ebenfalls gewichtigen Zahlen aus EU-Staaten.

Da stellt sich nun die Frage, wie Frankreich mit Migranten umgeht, die zum Beispiel über Spanien, Deutschland oder sonstwie einreisen. Sind das dann Drittländer? Oder EU-Einreisende? Es wäre doch überaus wünschenswert, ersteinmal die exakten Begrifflichkeiten zu schaffen. Zum Beispiel böte sich an: Einreisen mit Pass, Einreisen ohne Pass. Einreisen mit Drittstaat Pass, Einreisen mit EU-Pass. Einreisen mit Pass ausgestellt innerhalb der letzten 5 Jahre in… (das wäre dann das Ausreiseland, zB Türkei, von der man weiß, daß dort massenhaft gefälschte Pässe verteilt werden). Wie Frankreich das handhabt, kann man weiter unten lesen.

Jedenfalls waren es 2007 172.000 neue Aufenthaltstitel, 2015 217.533 und 2016 schätzt man auf über 227.000.

Extrapoliert man, so sind in 8 Jahren 1.600.000 Menschen alleine aus Drittstaaten eingewandert. Familiennachzug steht dabei an erster Stelle (88.000 im Jahr 2016), dann Studenten (70.000) und dann Asylsuchende (32.000) gefolgt von Arbeitsmigration (22.600).

Wobei sicherlich zu berücksichtigen ist, daß einen Aufethaltstitel in der Kategorie Arbeitsaufahme am schwierigsten zu bekommen ist und einiges an Bürokratie erfordert, wie Nachweis eines Arbeitsplatzes innerhalb gewisser Fristen oder Nachweis, daß kein EU Bürger diesen Arbeitsplatz wollte…Familiennachzug hingegen ist eine der leichtesten Kategorien. Solange keine DNA Tests vorgeschrieben sind, dürfte es ein Leichtes sein, bei den Drittstaatbehörden gegen einen gewissen Obulus eine Verwandtschaftsbestätigung zu bekommen, die sich bekanntlich ja auch nicht auf die sogenannte Kernfamilie beschränkt, sondern auch Verschwägerungen und Cousin-Verhältnisse einbezieht.

Interessanterweise ist die Reihenfolge der Herkunftsländer Algerien, Marokko (bis 2015 je 25.000 pro Jahr), China (15.000) und Tunesien (13.000). Der Fortzug 2013 lag bei 107.000 Personen. Die Geburtenrate in Frankreich ist etwas höher als im EU Durchschnitt aber in den letzten Jahren leicht sinkend. Die Geburtenrate von Frauen mit Migrationshintergrund ist jedoch erhöht, während die Rate bei Nachfahren von Einwanderinnen nahezu identisch mit Bio-Französinnen ist.

Abbildung 2: Entwicklung der Gesamtbevölkerung Frankreichs (Metropole) sowie des Einwanderer- und Ausländeranteils nach Ergebnissen der Volkszählungen seit 1911

In Frankreich werden Einwanderer und Ausländer separat erfasst. Einwanderer sind alle, die im Ausland ohne franz. Staatsbürgerschaft geboren wurden und sie bleiben Einwanderer, auch wenn sie später eingebürgert werden. 2013 lebten fast 6 Mio Einwanderer in Frankreich, weit über 90% davon im Mutterland. Der Einwandereranteil in den 70 ern lag bei 7,4% und war bis 2000 relativ unverändert. 2008 lag er dann bei 8,4% und 2013 bei 8,9%.

Ausländer hingegen sind alle Nicht-Franzosen, auch wenn sie in Frankreich geboren wurden. 2013 gab es davon etwas über 4 Mio, nur 600.000 davon in Frankreich geboren. Damit lag 2013 der Ausländeranteil bei 6,2%.

Und woher kamen die Einwanderer? Nach dem Krieg zu 70% aus Europa und 15% aus Afrika. 2013 stammten nur noch 36,5% ursprünglich aus Europa. Der tipping point war dabei das Jahr 2005, als 42% der Einwanderer aus Afrika ankamen und nur 15% aus Europa. Die Afrikaner (man bedenke die Kolonialzeit) stellen weiterhin den größten Ausländeranteil. Aus dem asiatischen Raum ist die Türkei das bedeutendste Herkunftsland. Portugal mit 519.000 steht dabei an Platz 1, gefolgt von Algerien, Marokko, Türkei (217.000), Italien, Tunesien, UK und Spanien (138.000).

Eingewanderte Personen waren 2015 mehr als doppelt so häufig erwerbslos wie Franzosen (20,8% versus 9,1%). Das Bildungsniveau ist langfristig etwas gestiegen, aber der Artikel behält den Lesern die wohl eher traurigen Zahlen vor. Und auch die Ghettobildung bei Drittstaatlern wird tunlichst beschönigt, indem man schreibt, 8 von 10 Personen würden in den Ballungsgebieten und dort in bestimmten Vororten leben, die explizit genannt werden. Also, wenn das keine Ghettobildung ist, was dann?

Einwanderer und Ausländer in der amtlichen Statistik

 

 

 

 

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