Staatlicher Zwang: gehörlosem Kind soll über Gerichtsbeschluss ein Cochlea-Implantat aufgezwungen werden

nun, als hörender Mensch erscheint einem der Gehörverlust schrecklich. Vielleicht nicht so schrecklich, wie der Verlust des Augenlichts, aber doch … nicht mehr an Gesprächen teilnehmen können, die zusätzliche Gefährdung im Strassenverkehr, wenn man herannahende Fahrradfahrer oder das Martinshorn nicht hört, keinen Vogelgesang und keine Musik mehr hören kann, nicht alle Fernsehübertragungen sind mit Gebärdensprache unterlegt, Radiohören ist passé und überhaupt: die Mühe, die Gebärdensprache erlernen zu müssen! Da ist man doch behindert!

Na, da ist es doch ganz wunderbar, daß es inzwischen so technische Segnungen wie ein Cochleaimplantat (CI) zumindest für diejenigen gibt, deren Hörnerv noch funktioniert, aber die Schallübertragung an anderer Stelle zerstört ist. Würden wir da nicht alle sofort zugreifen?

Und dann gibt es Leute, Gehörlose, die das ablehnen? Eltern, die es ablehnen, ihrem Kind ein solches CI implantieren zu lassen?! Ist das zu fassen? Und ach, diese Eltern sind selbst gehörlos! Die müssten doch wissen, wie schlimm die Gehörlosigkeit ist? Solchen Eltern gehört das Sorgerecht entzogen!  Oder? Vielleicht doch nicht? Wissen diese Eltern womöglich genauer bescheid? Fühlen sich Gehörlose als „Behinderte“? Und kann ein technisches Gerät überhaupt an das natürliche Hören heranreichen?

Sind die betroffenen Eltern informierter als die Hörenden? Und was ergibt sich aus den eingeleiteten Zwangsmaßnahmen gegen die Eltern für unser Rechtssystem und unsere Rechtsauffassung? Wo sind die Grenzen staatlicher Eingriffe in unser Leben und das Leben unserer Kinder? Dürfen wir die stetig fortschreitende Entmündigung der Eltern weiter zulassen?

Schulzwang, Impfzwang, Registrierungszwang, Sexualkundeunterrichtszwang, Implantatszwang… und bei Renitenz der Eltern steht die Jugendamt-Mafia vor der Tür. Was das bedeuted, davon können immer mehr Eltern und Großeltern ein Lied singen.

Die Eltern des betroffenen Kindes haben zudem nicht unrecht, sich an Zwangssterilisierungen minderwertigen Lebens erinnert zu fühlen.

Zuersteinmal muß dazu gesagt werden, die Implantierung so eines Gerätes ist ein medizinischer Eingriff mit allen damit verbundenen Risiken. Wie grundsätzlich jeder medizinische Eingriff, insbesondere UNNÖTIGE, d.h. Eingriffe, die nicht unmittelbar der Lebensrettung dienen, fällt die Implantierung rechtlich gesehen unter „Körperverletzung“. Ein Arzt wird nur deswegen nicht täglich der Körperverletzung angeklagt und verurteilt, weil man als Patient ihn freiwillig aufsucht, die Körperverletzung verlangt, ihr nach Aufklärung zustimmt und sie ohne Gegenwehr über sich ergehen läßt.

cochlea-768x683

Hier das Grundlegende zu CI:  http://www.der-albrecht.net/kann-zum-hoeren-gezwungen-werden/

Auszug:

  • Je früher implantiert wird, desto erfolgsversprechender verläuft die Sprachentwicklung. Daher wird meist empfohlen, bereits im frühen Kindesalter zu implantieren.
  • Bei Erwachsenen sollte die Ertaubung für ein gutes Ergebnis bestenfalls nach dem Spracherwerb erfolgt sein.

Zu den positiven Aspekten des CI gehört, dass Kinder, je nachdem wann das CI implantiert wurde,

  • die Möglichkeit eines annähernd ’normalen‘ Spracherwerbs erhalten und einen Alltag mit weniger zusätzlicher Hilfe.
  • Ganz allgemein ermöglicht es seinen Trägern die Wahrnehmung von Geräuschen und Alarmsignalen, was mehr Sicherheit im Alltag bedeuten kann.

Zu den Nachteilen der elektronischen Prothese zählt zum Beispiel,

  • dass sie vor Wasser geschützt werden und
  • bei bestimmten medizinischen Untersuchungen oder Behandlungen, beispielsweise einem MRT oder einer Strahlentherapie, im Vorfeld entfernt werden muss. (d.h. dann ist man plötzlich wieder taub!)
  • Die potentiellen Risiken bei dieser Gehirnoperation sowie die Tatsache, dass es sich dabei um einen invasiven Eingriff handelt, bei dem in den Schädelknochen gefräst wird, sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen.
  • Ambivalent zu betrachten sind außerdem die einzelnen in der Praxis erzielbaren Erfolge beim Thema Hörverstehens- und Sprachverständnis, die stark variieren und vorher nicht abzusehen sind.

Abgesehen vom medizinischen Geschehen, dürfen die psycho-sozialen Folgen des CI nicht außer Acht gelassen werden.

  • Nach der OP sind CI-Patienten auf eine lebenslange und individuelle Nachsorge sowie ein spezielles Training angewiesen,
  • bei dem Hören und Sprechen erst (wieder) erlernt werden müssen.
  • Die Umgewöhnung sowie der äußere und innere Erwartungsdruck können dazu führen, dass sich Betroffene weder der Welt der Gehörlosen noch der der Hörenden zugehörig fühlen und dadurch Identitätsprobleme entstehen. Dabei ist einer der wohl wichtigsten Faktoren die Familie und der Freundeskreis, die dem Betroffenen unterstützend zur Seite stehen sollten und eine lebenslange Nachsorge mittragen müssen.
  • Letztendlich hängt der Erfolg des Implantats von einem Zusammenspiel verschiedener sozialer, psychischer und medizinischer Aspekte ab.

Zwang zur CI-Implantation

http://www.kestner.de/n/verschiedenes/presse/2017/Zwang_zur_CI_Implantation_Stellungnahmen.htm

Stellungnahmen: Diese Liste wird bei weiteren Veröffentlichungen laufend aktualisiert.

10.11.2017: Veröffentlichung des konkreten Falls in Goslar von Karin Kestner

10.11.2017: CI-Implantation zwangsweise? Bericht in kobinet Nachrichten

10.11.2017: Zwangsimplantation in Braunschweig? Bericht in taubenschlag.de

14.11.2017: Die Pforte zum CI-Zwang? Bericht der Deutschen Gehörlosenzeitung

15.11.2017: Stellungnahme des Landesverbandes der Gehörlosen Niedersachsen (PDF-Download)

16.11.2017: Stellungnahme Tut Initiative e. V. (PDF-Download)

17.11.2017: Stellungnahme der Deutsche Cochlea Implant Gesellschaft (PDF-Download)

17.11.2017: Stellungnahme des Deutschen Gehörlosenbundes (PDF-Download)

17.11.2017: Zwangsoperation? Klinik-Chefarzt soll Eltern angezeigt haben Bericht in regionalBraunschweig.de

17.11.2017: Doctor sued parents over cochlea Bericht von H3 broadcasting in international sign (von min 11:45 – 14:50)

18.11.2017: Klinik-Eklat: Erinnerung an behindertenfeindliche Tendenzen Bericht in regionalBraunschweig.de

19.11.2017: Entscheidungsprocedere zur CI-Operation eines Kindes mit Hörbehinderung (PDF-Download) Stellungnahme von Prof. Rathmann

20.11.2017: Bericht über die Anhörung vor dem Goslarer Amtsgericht von Karin Kestner

20.11.2017: Zwangsoperation: Jugendamt Goslar erklärt sich Bericht in regionalGoslar.de

20.11.2017: Stellungnahme für das Familiengericht (PDF-Download) von Dipl. Psychologe Dr. Oliver Rien

21.11.2017: Zwangsimplantation? – Familiengericht will weitere Gutachten Bericht in regionalGoslar.de

21.11.2017: CI-Zwangsimplantation vor Gericht Bericht in kobinet Nachrichten

21.11.2017: Zwangs-OP: „Indikation hätte nicht gestellt werden dürfen“ Bericht in regionalGoslar.de

22.11.2017: Zwangs-OP: Gehörlosenexpertin kritisiert Jugendamt Bericht in regionalGoslar.de

23.11.2017: Deutschlandfunk Interview mit Prof. Rathmann

26.11.2017: Stellungnahme des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder e. V.

27.11.2017: Ausführungen „Warum sich Eltern gegen ein Cochlea Implantat entscheiden“ von Karin Kestner

27.11.2017: Stellungnahme zu zwei Fernsehbeiträgen zur gerichtlichen Anhörung (PDF-Download) von Uwe v. Stosch, GIB ZEIT e. V.

27.11.2017: Fragwürdiges Cochlear Implantat Bericht in kobinet Nachrichten

29.11.2017: Zwangsimplantation – Darf man ein gehörloses Kind gegen den Willen der Eltern operieren? Spiegel Online

30.11.2017: Zwangsimplantat für ein gehörloses Kleinkind? heilmed-krankheit.de

30.11.2017: Stellungnahme CIA „Zwangsimplantation“ Cochlea Implantat Austria

01.12.2017: Grotesker Rechtsstreit: Ein Richter soll entscheiden, ob ein Kind hören darf oder nicht Focus Online

04.12.2017: Was dem Kindeswohl dient, sollten die Eltern entscheiden Der Tagesspiegel

05.12.2017: Stellungnahme zum Spiegelartikel vom 29.11.2017 „Zwangsimplantation – darf man ein gehörloses Kind gegen den Willen der Eltern operieren?“ (PDF-Download) von Uwe v. Stosch, GIB ZEIT e. V.

07.12.2017: Kann einem Kleinkind ein Cochlea-Implantat gegen den Willen seiner Eltern implantiert werden? medstra-online.de

12.12.2017: Kein Cochlear Implantat für zwei gehörlose Kinder. Sozialamt Landkreis Trier-Saarburg übergibt Fall an Jugendamt von Karin Kestner

19.12.2017: Allgemeine Stellungnahme zur CI-Implantierung (PDF-Download) Landeselternverband gehörloser und schwerhöriger Kinder und Jugendlicher Nordrhein-Westfalen e.V.

19.12.2017: Cochlea Implantat – Keine Zahlen, Daten, Fakten CDU/CSU Bundestagsfraktion / Karin Kestner

20.12.2017: „Die sprachliche Deprivation tauber Kinder“ bedeutet eine Kindeswohlgefährdung – nicht die Erziehung in DGS! – BILING e.V.

23.12.2017: Kein Cochlea Implantat als Kindeswohlgefährdung? BR, Sehen statt Hören

10.01.2018: Eltern gegen die Operation des gehörlosen Kindes ÄrzteZeitung

10.01.2018: Streit vor Gericht: Dürfen Eltern ihrem gehörlosen Kind ein Cochlea-Implantat verweigern? MedScape.com

13.01.2018: Kann zum Hören gezwungen werden? DER ALBRECHT

18.01.2018: Hören oder Nichthören, Stern Print Heft Nr. 4

18.01.2018: CI-Zwang – ein Zwischenbericht Karin Kestner

19.01.2018: Elternrechte stärken – Zwangsimplantation verhindern Corinna Rüffer, MdB

20.01.2018: Nachgefragt zum Cochlea Implantant Zwang kobinet-Nachrichten.org

29.01.2018: Warum diese Eltern gegen eine Hörprothese für ihren tauben Sohn kämpfen stern.de

 

 

Ein anderer Behördenärger mit dem Jugendamt:

17.12.2017: Jugendamt riskiert Kindeswohlgefährdung, weil es keine Gebärdensprachkurse für die Eltern genehmigt  Biling e. V.

3 Gedanken zu „Staatlicher Zwang: gehörlosem Kind soll über Gerichtsbeschluss ein Cochlea-Implantat aufgezwungen werden“

  1. Ach was? Die Altersfeststellung der Migranten wird wegen eines Eingriffs in die Unversehrtheit des Körpers abgelehnt? Doppelzüngiges Behördengeschmeis!

    Gefällt 1 Person

  2. Mammographien werden ebenso, trotz der Risiken durch die Röntgenstrahlen, seit vielen Jahren beworben-sogar beinahe jeder Frau aufgenötigt. Na gut, so ein Röntgengerät ist teuer und muss sich erst einmal amortisieren. Deswegen das Triggermarketing von entsprechenden Seiten.

    Gefällt 1 Person

  3. Ich habe diesem Syndikat nicht nur Kinderschändung nach gewiesen und meine Kinder werden trotzdem nicht aus dieser Hölle entlassen. Es gibt wohl kein Gericht mehr, daß auch nur ansatzweise mit den deutschen Gesetzen und einer Rechtsprechung zu tun haben.
    Mein Fall mit Beweisen und Vorgehendsweisen ist auf facebook ein zu sehen: Angelika Balhas (die Seite ohne Profilbild)

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s