Die Hocherleuchtete Oculisten-Gesellschaft

Nein, kein Schreibfehler. Es heißt tatsächlich OCULISTEN.

Es handelt sich hierbei um einen zwischen 1742 und 1763 ( 1780) gegründeten Geheimbund. Die Mitglieder scheinen alle Augenheilkundler gewesen zu sein, aber bis heute weiß niemand wo dieser Bund und in welchem Ausmaß er wirklich aktiv war. Eines der beiden bekannten Manuskripte mit 75.000 Chiffren war vor ca. 7 Jahren entschlüsselt worden:  Text hier. Er beschreibt die Aufnahmeriten in den Bund und enthält freiheitlich-revolutionäre Gedanken. Ein bemerkenswerter Unterschied zu den Freimaurern: Frauen konnten gleichberechtigte Mitglieder werden, so daß man wohl darauf verzichtete, die männliche Dreiecks-Symbolik zum Auge hinzuzunehmen. Desweiteren unterschied man rechtes Auge von linkem Auge. Das Symbol der Oculisten war das linke Auge.

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Über den Okulisten-Orden

(Aus „Europa in der Frühen Neuzeit: Festschrift für Günter Mühlpfordt von Erich Donnert“, isbn:9783412147990, google:R_MuDjZxDWQC)

In Wolfenbüttel gab es zwischen 1742 und 1763 einen den Freimaurer-Logen analogen Geheimbund, die „Hocherleuchtete Oculisten-Gesellschaft“. Sie hatte sich unter anderem das Ziel gesetzt, die Kunst des Starstechens als geheimes Wissen (Arcanum) an Eingeweihte weiterzugeben, um dem weit verbreiteten Missbrauch dieser Augenoperation durch reisende okulistische Scharlatane vorzubeugen.

In praxi hat die Wolfenbütteler Loge kaum Bedeutung erlangt. Jedoch stellten sich ihre Mitglieder ebenso wie die Freimaurer mit der spekulativen Maurerei die Aufgabe der systematischen moralischen Selbsterziehung. In Wolfenbüttel sind die Zeremonialgeräte der „Hocherleuchteten Oculisten Gesellschafft“ bis heute erhalten.

Wegen der augenärztlichen und aufklärerischen Intentionen des Geheimbundes verwundert nicht das von ihm vorrangig benutzte Augen-Symbol, so vor allem auf emaillierten Medaillons, die während der Logen-Sitzungen an einem grün geränderten Halsband getragen wurden.

Auffällt, dass bei der vielfachen Wiedergabe des symbolischen Monoculus in den Dokumenten dieser Gesellschaft das gewohnte männliche Dreieck fehlt. Die bei den Schöpfern der Symbole dieser Loge mutmaßlich unbewusste Grund ist anscheinend: Der Wolfenbütteler Okulisten-Orden nahm weibliche Mitglieder vom Gesellen- bis zum Meisterrang gleichberechtigt auf und unterschied sich so grundsätzlich von den Freimaurer-Männerbünden.

Das monokulare Logen-Bijou der Oculisten-Gesellschaft ist als Symbol das deutlichste Zeichen für den Mentalitätswandel in dieser Loge zugunsten von Frauen – und ein früher Prototyp für in der Kunstgeschichte bekannte Augenportraits, deren Blütezeit A. Schmidt-Burkhardt von 1780 bis 1830 datiert. Im Zeitalter der Empfindsamkeit waren Augen-Portraits als Memorialbildnisse vor allem bei Frauen beliebt, die sie als Liebespfand ihren Freunden schenkten, dabei ist nach symbolgeschichtlichen Kriterien zwischen linken und rechten Augen zu unterscheiden.

Die Medaillons der Okulisten-Loge sind mit linken Augen versehen, während die Memorialbildnisse des Biedermeiers vorzugsweise Portraits einzelner rechter Augen wiedergegeben. Die Symbolik von rechts und links ergibt unterschiedliche Wertungen des Symbols Auge: Für die Okulisten-Loge ist hier links im Sinne von Selbsterziehung interpretierbar.

Freimaurerei und Augenheilkunde

aus dem „GESETZBUCH DER HOCHERLEUCHTETEN OCULISTEN-GESELLSCHAFT“Enthaltend einige allgemeine Verordnungen, Pflichten und Absichten derselben. Herausgegeben auf Special-Befehl der Grossen Loge von einem treuen und ehrliebenden Bruder und Meister. Mit gestoch. Siegel auf der Titelrückseite. 28 Seiten. 4°. Mod. Lederband. Ohne Ort, Drucker und Jahr (ca. 1745)…. weiterlesen

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