Moser der Mentalmagier

Altweibersommer! Die Sonne glänzte wie ein gelber, eitriger Pickel auf der azurblauen Himmelshaut und Heidi harkte das erste Herbstlaub im Moser´schen Reihenhausgarten zu einem adretten Häufchen. Zufrieden lächelnd summte sie eine mir nicht näher bekannte Herbstmelodie, und ich hatte Appetit auf Apfelstrudel mit Schlagobers. Was vielen Lesern nicht bekannt sein dürfte: Ich halte mich für einen genialen Mentalmagier, für einen Meister der Manipulation, und so brachte ich – während sich mein argloses Weib mit dem Rechen dem Apfelbaum näherte – die Sprache auf Blätterteig.

„Der Blätterteig ist die kulinarische Wunderwaffe der Moderne! Dieser mehrlagige Ziehteig ist der Rolls Royce unter den zahllosen köstlichen Teigen dieser Welt“, dozierte ich mit einem gewissen Feuereifer. „Er ist in Europa schon seit der Zeit der Kreuzzüge bekannt und veredelt nahezu jedes Lebensmittel. Der Blätterteig, im Französischen mille feuille also tausend Blätter genannt, erhebt mit seinem goldgelben, knusprigen Kleid jedes noch so banale Essen in den Adelsstand!“ Heidi blinzelte argwöhnisch in meine Richtung. Unbeirrt fuhr ich fort: „Dröger Schafskäse und matschiger Spinat entfalten im Blätterteigstrudel erst ihre wahre Größe; der zartrosafarbene Lachs erfreut uns im Blätterteigmantel, ebenso das wunderbare Filet Wellington! Ein Gaumenschmaus der Extraklasse! Oder die feinen Pasteten, ein Eckpfeiler der klassischen, französischen Gourmetküche.“ Ich spürte, wie das Aquaplaning auf meiner Zunge gefährliche Ausmaße annahm, und musste mehrmals kräftig schlucken ehe ich weitersprach:….

https://moserschreibt.wordpress.com/2018/09/10/apfelstrudel-roboter/

 

Man wundert sich über das Verhalten der Eltern der toten Elfjährigen

….Der Tod einer elfjährigen Schülerin Ende Januar in Berlin geht nach Angaben der Schulleiterin nicht auf Mobbing zurück.

„Die Schülerin, die verstorben ist, war kein Mobbing-Opfer„, sagte Daniela Walter bei einer Anhörung zum Thema Mobbing im Bildungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Dies hätten zahlreiche Gespräche etwa mit Mitschülern und Eltern aus der betroffenen Klasse bestätigt,…

Sie habe nach dem Tod des Kindes in einem Krankenhaus von Anfang an mit den Eltern in engem Kontakt gestanden…. Dies sei der erste Kontakt mit der Familie während ihrer Tätigkeit als Schulleiterin überhaupt gewesen. Bis dahin habe es – etwa in Hinsicht auf mögliche Probleme des Kindes in der Schule – „keinen Gesprächsbedarf in irgendeiner Art“ gegeben.

Walter betonte, die Familie des Mädchens habe bis heute nichts zur Todesursache gesagt. Und das habe ich zu respektieren.“

Sie bat darum, den Tod der Elfjährigen von der seither geführten Debatte um Mobbing an Schulen zu trennen: „Dass man nicht jetzt diesen Todesfall als Aufsprung nimmt, und irgendwas daraus macht. Das hat die Familie nicht verdient.“

Wenn ein öffentliches Interesse besteht (und von der Presse und Politik befeuert wird) und die Eltern dazu schweigen, dann müssen diese sich auch nicht wundern, wenn die Leute spekulieren, was denn da vorgefallen sein mag. Von dieser Schulleiterin jetzt zu hören, was die Familie verdient habe und was nicht und was zu respektieren sei und was nicht, ist – passend zu ihrem Beruf: oberlehrerhaft und bevormundend. Die Öffentlichkeit, die man nun über Wochen emotional durch alle möglichen Gefühlsregungen gepeitscht hat, hätte es schon verdient, hier die Wahrheit zu erfahren. Das Schweigen der Eltern erscheint unnatürlich.

….Medien gingen der Frage nach, ob Mobbing an ihrer Schule zu einem Suizidversuch der Grundschülerin geführt haben könnte.

Elternvertreter berichteten in Medien von einem Mobbing-Problem an der Schule.

Eine offizielle Bestätigung der Todesursache sowie gesicherte Informationen zu möglichen Hintergründen gibt es bis heute nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft, … ergab die Obduktion keine Hinweise auf Gewalteinwirkung durch Dritte.

…Schulleiterin Walter:

  • „Dass wir in einem schwierigen Umfeld sind,
  • dass wir mit Sicherheit tagtäglich auch damit zu tun haben, dass es Konflikte gibt.“
  • dass es während ihrer Zeit als Schulleiterin „vier, fünf Mobbing-Fälle“ gegeben
  • …etwa alle sechs Wochen die Polizei präventiv im Haus.
  • Alle sechs Wochen säßen Jugendamt, Schulpsychologie, Sonderpädagogen, Schulleitung und Pädagogen an einem Tisch, „um gerade auch diese Schüler aufzufangen, wo es einfach problematisch ist“.

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https://www.freenet.de/nachrichten/topnews/schulleiterin-sieht-in-toter-schuelerin-kein-mobbingopfer_7086860_4702792.html