ein ärgerlicher Artikel in der NZZ über Syrien

Heute am frühen Morgen muß ich meinen Ärger los werden.

Da schreibt die Neue Züricher Zeitung einen Artikel über Heimatlosigkeit, geardezu unrettbaren Heimatgefühlverlust in Syrien. Über das, was die Menschen verloren haben und daß, anstelle der Wiedererschaffung von Heimat, nun der „kalte Luxus“ im Land Einzug halten würde. Keine Heimat mehr für „Geflüchtete“ und keine Heimat mehr für Gebliebene, ist die Kernaussage.

Warum verärgert mich so ein Bericht? Die Kriegsverluste gehen doch ganz real mit vielfältigen Verlusten einher…

Mich verärgert, daß damit eine Atmosphäre des Verständnisses dafür geschaffen wird, daß die syrischen „Flüchtlinge“ nicht schon längst wieder zum Aufbau der Heimat Deutschland verlassen haben. Nein, sie sollen hier bleiben. Wenn es schon keine Rechtsgrundlage mehr dafür gibt, dann zumindest psychisch-traumatisch-humanitäre Gründe. Heimatverlust, keine Perspektive… wie schrecklich.

Dieser Blödsinn wird dann sogar noch gesteigert, indem man Assads Erfolg im Wiederaufbau, sichtbar am zur Schau gestellten Wohlstand der Bewohner, verurteilt und schlecht macht.

Vor Assad gab es so gut wie keine hochpreisigen Autos auf den Strassen. Heute sieht man Mercedes und BMW, Porsche und überhaupt mehr Neuwägen fahren, so wie in jedem modernen Land der Welt. Mode- und Schmuckgeschäfte gibt es ebenfalls und das wichtige daran: immer mehr Menschen können sich derartige Einkäufe auch leisten. Anders als in der BRiD, wo sich immer weniger immer teuerere Dinge leisten und immer mehr Menschen immer häufiger den Euro umdrehen müssen.

Also der Aufschwung in Syrien, der etwas Gutes ist, wenn auch nicht für alle Menschen in gleicher Geschwindigkeit erfolgt, wird von der NZZ niedergemacht. Vielleicht auch, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, nämlich ein erfolgreicher Assad, ein sich unter russischem Schutz und mit dem Nachbarn Iran gut erholendes Land.

Desweiteren ärgert es mich, daß die NZZ so auf die Heimattränendrüse drückt, daß der Artikel sich liest wie eine Geschichte des Herrn Relotius, oder wie die Geschichte einer Kuweitische Dame, die beobachtet haben will, was man mit Brutkastenkindern getan hat.

In Deutschland, Hamburg und Dresden, Ostpreussen und der Walachei… haben die Deutschen ganz real ihre Heimat verloren, alles ist verbrannt und zerbombt gewesen. Die Nachkommen leiden bis heute an dieser Heimatlosigkeit. Aber wage es ein Deutscher, sich darauf zu berufen und das Heimatgefühl, sein Deutschland, seine Walachei, sein Ostpreussen, das Kaiserreich vielleicht sogar… zu thematisieren, dann ist er ein Nazi, ein ewig gestriger, ein Reichsbürger, ein gefährlicher Spinner.Der Bund der Heimatvertriebenen wurde erstklassig mundtot gemacht.

Einem Deutschen wird dieses Leid, selbst wenn er es als inzwischen über 80 Jähriger selbst erlebt hat, abgesprochen.

Er darf sich nicht beschweren, er soll sich nicht beschweren. Es gibt keine Artikelserie über diejenigen, die damals unschuldige Kinder waren und plötzlich ihr Heim, ihre Heimat, ihre Stadt, ihr Dorf, ihre Väter und Großeltern verloren haben. Wenn sie Zeugen wurden, daß die Schwester vergewaltigt und der Omi der Ehering vom Finger geschnitten wurde….Niemand hatte damals Mitleid und niemand wollte die Geschichten damals hören, denn jeder hatte seine eigene Tragödie erlebt. Da gab es nicht mehr viel Platz für das Leid anderer… 30 Jahre lang mußten sich die Deutschen eine neue Heimat schaffen als Parias in der internationalen Gemeinschaft.

Selbstverständlich war man als Deutscher innerhalb der Eliten kein wirklicher Paria, eher das wandelnde schlechte Gewissen für die Verantwortlichen, aber dies wurde nicht „nach unten“ kommuniziert. Der gewöhnliche Deutsche mußte selbst sehen, wie er zurecht kam. Psychisch und physisch-existenziell.

Daher: Nein, die Syrer haben ihre Heimat nicht verloren. Sie steht bereit, wieder in Besitz genommen zu werden, denn kein syrischer Politiker, kein Präsident… sagt dem syrischen Volk, daß es keine Daseinsberechtigung habe (wie man es den Deutschen einimpft), kein Politiker versucht, die Kultur zu zerstören und mit Amerikanismus oder Russismus oder Chinesismus …zu ersetzen. Niemand plant, Syrien aufgehen zu lassen in einem arabischen Superstaat. Außer vielleicht Erdogan mit seinen Träumen von einem neuen osmanischen Reich.

Es gibt keine Zeit in der syrischen Geschichte, die totgeschwiegen oder lächerlich gemacht wird. Und Architekturblase? Abriß alter Häuser? Gesichtslosigkeit des modernen Aleppo? Wo lebt der NZZ Artikelschreiber? Noch nie in Frankfurt gewesen? In Heilbronn? In Bochum? In Wolfsburg? In Nürnberg? In Köln?

Schon einmal diese um sich greifende menschenverachtende Architektur hierzulande betrachtet? Vielleicht sollte der NZZ Schreiber sich Billy Six zum Vorbild nehmen und in sein nachbarliches Feindesland, die BRiD, reisen anstatt nach Aleppo. Aber wahrscheinlich entstehen diese Geschichten über fremde Länder sowieso nur über Chats und Fratzenbuch. Und wie ist es mit dem Abriß der alten chinesischen Städte und Stadtteile? Das alte Shanghai, das alte Peking, das alte Nanjing und Chengdu… Die dem Staudamm zum Opfer gefallenen Städte mit Millionen von Einwohnern. Wie ist es mit Tokio? Dubai? NewYork? Chicago? Austin? Mexico City? Mimimi Aleppo….

Wenn Menschen in Syrien nicht am Wiederaufbau und der Pflege ihrer Kultur Anteil nehmen, dann ist es deren freie Entscheidung. Und wenn sie Mimi verbreiten darüber, daß sie nicht auch sofort am Mercedes-Wohlstand teilhaben können, dann rate ich ihnen und dem Autor dieses schlechten NZZ-Artikels einmal durch Deutschlands Strassen zu gehen. Dabei sind es nicht die wenigen armen Flaschensammler, die einem zu denken geben müssen im angeblich reichsten Staat der EU, sondern die Tatsache, daß die große Mehrheit der Armen überhaupt nicht sichtbar ist, weil sie 1 mal im Monat einkaufen geht, dann aber keinen Grund mehr hat, ihre 4 Wände zu verlassen und sich lieber vor dem TV in bessere Welten beamt. Oder in Altenheimen sitzt. Oder der Teil, den man in engen backshops zum Mindestlohn jobben sieht, aber weder untertags noch abends vor Eisdielen und Juwelieren herumsitzt.

Lassen wir die Syrer zurück in ihre Heimat, wo deren Sprache noch existiert und Assad Schritt für Schritt die Rahmenbedingungen schafft für ein starkes Syrien, ein schönes und modernes Syrien. Die Ärmel hochkrempeln müssen die Syrer aber schon selbst. Geht nun nach Hause…

https://www.nzz.ch/feuilleton/syrien-auch-wer-im-land-blieb-hat-die-heimat-verloren-ld.1469794

 

 

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