Deutsche Armee: Schulungshandbuch gegen Aufstandsbekämpfung

https://derkameraddotcom.files.wordpress.com/2019/05/german-army-office-counterinsurgency-training-manual.pdf

Köln 2010

Der Begriff „Aufstandsbekämpfung“ (counterinsurgency – COIN) ist eine emotionales Thema in Deutschland. Es ist in der Regel akzeptiert innerhalb von militärischen Kreisen, dass COIN eine interinstitutionelle, langfristige Strategie zur Stabilisierung von Krisenregionen ist. In diesem Zusammenhang ist die Bekämpfung von Aufständischen nur ein kleiner Teil des ganzheitlichen Ansatzes von COIN.

In dem Bewusstsein, dass COIN nicht allein mit militärischen Mitteln Erfolge erzielen kann, ist es notwendig, mit allen zivilen Co-Akteuren eine gemeinsame Basis und einheitliche Begriffe zu finden.
Auch wenn ein Aufstand anerkannt wurde als eine Gruppe oder Bewegung oder eine unregelmäßige Aktivität, die von Aufständischen durchgeführt wird, neigt man im zivilen Bereich dazu, Aufstandsbekämpfung als dem militärischen Bereich und dem der Kampfhandlungen zugehörig anzusehen.  Dies führt dazu, dass sich zivile Akteure selbst als nicht in diesen Kampf verwickelt betrachten. Diesbezüglich war in Deutschland der Begriff COIN  Gegenstand von viele Kontroversen.

Deutschland hat dies in 2 Bereiche aufgeteilt:

1. Herstellung von Sicherheit und staatlicher Ordnung in Krisengebieten.

2. Deutschland hat den Begriff Aufstand neu definiert als

  • einen „Prozess“
  • der Destabilisierung durch
  • politische, wirtschaftliche und soziale Faktoren
    und/oder
  • soziale Missstände, die sich sowohl auf
  • die Effektivität und
  • Legitimität der Regierungsarbeit auswirken
  • dieser Prozess wird durch die Aufständischen verschärft.

Diese Definition – im Gegensatz zur Definition und dem Verständnis von „Aufstand“ als einer Gruppe oder Bewegung oder als Aktivität einer Gruppe – konzentriert sich auf die tatsächliche Herausforderung in COIN-Missionen und führt automatisch zu einem größeren Blickwinkel und klarerem Verständnis von COIN.
Es muss ein Hauptziel sein, die zivilen Co-Akteure am Kriegsschauplatz dazu zu bringen, den Ansatz von COIN als Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit zu akzeptieren.

Das Dokument ist in drei Teile gegliedert:
-• Teil A liefert die grundlegenden konzeptionellen Grundlagen und den
Rahmen, um ein besseres Verständnis des breiteren Kontextes zu erlangen und
beschreibt spezifisch den  agenturenübergreifenden Ansatz für COIN.
-• Teil B verlagert den Fokus auf den militärischen Anteil dieses oben ausgeführten Ansatzes von COIN
-• Teil C enthält einige Leitsätze zu folgenden Themen
–  weiterführende Diskussionen und eine Liste von Abkürzungen und wichtigen Hinweisen

Die Kernbotschaften der „Vorläufigen Grundlagen für die Rolle der Landstreitkräfte in COIN“ sind:
-• Einem Aufstand kann nicht entgegengewirkt werden durch militärische Mittel allein.
-• Die Schaffung von Sicherheit und staatlicher Ordnung ist eine Langezeitaufgabe, agenturenübergreifend und in der Regel multinational.
Sie ist eine Strategie (keine militärische Operation), bei der die Regierung des Landes, das von der Krise betroffen ist, die Führung hat, während andere Nationen
und internationale Organisationen unterstützende Rollen einnehmen.
-• Der Beitrag des Militärs zur Umsetzung von dieser Strategie ist im Prinzip ein dienstübergreifender Ansatz für die Bundeswehr.
-• Der allgemeine Ansatz zur Beschreibung der Rolle der Landstreitkräfte sind die
Dreiheit von KLÄREN – HALTEN – BAUEN.
In diesem Dokument sind die Aufgaben festgelegt, die in Coin den Landstreitkräften zukommt. Alle diese Aufgaben werden in der Armeeverordnung (HDv) 100/100 aufgeführt – jedoch geht dieses Dokument bewusst von einer anderen Systematik aus und behandelt einzelne Aufgaben von besonderer Relevanz.
Infolgedessen ist es näher an der „Allied Joint Doctrine for Allied Joint“.
AJP-3.4.4.4″ das  aktuell von den Alliierten entwickelt wird, so daß es im zukünftigen Dialog mit den Alliierten von Nutzen sein wird.
Die „Vorläufigen Grundlagen für die Rolle der Landstreitkräfte in COIN“ werden angepasst, sobald die  bereits erwähnte internationalen und nationalen
Konzepte stehen. …

6 Kommentare zu „Deutsche Armee: Schulungshandbuch gegen Aufstandsbekämpfung“

    1. ist erstens von 2010 und sicher bereits überholt und zweitens dürfen wir beruhigt sein, das gilt nur für nichtdeutsche Länder (gaaanz sicher) und drittens ist die EU jetzt ein Staat und die Regel, daß der Staat, in dem der Aufstand stattfindet auch der Hauptakteur in der Bekämpfung und Niederschlagung mit allen verfügbaren d.h. militärischen, aber hauptsächlich zivilen Mitteln hat, gibt uns einen ruhigen Schlaf. Für uns ist gesorgt.

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      1. Jap. EUROGENDFOR oder wie die Jungs (vielleicht auch ein paar Mädels dabei) heißen, sollte man auch nicht vergessen.
        Alles für unsere Sicherheit.
        Wir leben alle in europäischen Rechtsstaaten strikt nach westlichen Werten.
        Wenn das Genosse Stalin hätt‘ erleben dürfen!

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      2. Das freut mich jetzt aber – das Bild ist von mir selbst. Nö, das da auf dem Bild nicht, sondern das Sujet. Eigentlich auch nicht richtig, da ich die Vorlage dafür von der Grafik-App „Over“ hatte und abwandelte. Ursprünglich war das eine Art Template für Halloween, die ich etwas notwendesierte…

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