Nothilfe wegen Foto- u. Filmaufnahmen von Grönemeyer?

was würde heute wohl passieren, wenn ein Pegida Geher einem Journalisten mit der Tasche die Kamera aus der Hand schlüge, weil dieser seine Familie auf der Demonstration filmt? Wäre da tatsächlich „Nothilfe ohne Prominentenbonus“ möglich?

Letztlich zeigt es aber doch nur die juristisch, politisch und staatlich geduldete Gewaltaffinität dieses Mannes, während schon einmal ein echtes Gewaltopfer, das mit einem Abwehrspray in die Runde der Angreifer sprüht, anstatt auf  jeden einzeln, wenn er gerade angreift, verurteilt wird! Oder wie hier: ein Lebensretter soll zu hart zugeschlagen haben und wird gegen den Willen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung vom Richter hart verurteilt:…. Er kam einem Mann zu Hilfe und rettete ihm eventuell das Leben. Trotzdem wurde ein 22-Jähriger jetzt zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das berichten die „Stuttgarter Nachrichten“. Statt um vorbildliche Zivilcourage habe es sich um fahrlässige Körperverletzung gehandelt, entschied das Gericht. Dabei hatten sowohl Verteidigerin als auch Staatsanwältin gefordert, den Mann nicht zu bestrafen. https://www.focus.de/regional/stuttgart/zu-hart-zugeschlagen-fuer-zivilcourage-bestraft-22-jaehriger-wegen-koerperverletzung-verurteilt_id_5282298.html

oder hier, wo echte Notwehr gleich mit 1800 Euro geahndet wird, die Angreifer als Zeugen vernommen und NICHT belangt werden: http://www.verteidigungsspray.com/tag/urteil

usw.usw.

https://meedia.de/2017/07/05/nach-ausraster-gegenueber-fotografen-groenemeyer-siegt-vor-gericht-gegen-bauer-springer-und-bunte/

Die Story schlug Wellen in den Boulevardmedien: Im Dezember 2014 soll Herbert Grönemeyer eine handfeste Auseinandersetzung mit Fotografen am Flughafen Köln/Bonn gehabt haben. Jetzt hat das Landgericht Köln in drei Verfahren gegen Springer, Bauer und die Bunte eine Wort- und Bildberichterstattung über den Vorfall untersagt. Die Bunte muss zudem in der nächsten Ausgabe eine Richtigstellung drucken.

Danach darf der Bauer Verlag künftig weder Bilder des Vorfalls veröffentlichen noch verbreiten. Laut Pressemitteilung untersagte das Gericht, dass die Hamburger berichten, „dass der Sänger einem der Fotografen den Finger umgebogen, auf dessen Kamera eingeschlagen oder mit einer Laptop-Tasche, in der sich ein Computer befunden habe, zugeschlagen habe“. Auch die Behauptung zweier Fotografen, dass sie an der Hand und im Gesicht verletzt worden seien, inklusive entsprechender Bilder der Fotografen, kassierte das LG. Das Aktenzeichen in diesem Fall lautet Az. 28 O 177/15.

Axel Springer wurde untersagt zu verbreiten (Az. 28 O 178/15), dass Grönemeyer einem der Fotografen die Kamera aus der Hand geschlagen haben soll bzw. einen anderen gewürgt haben soll. Eine entsprechende Bildberichterstattung wurde ebenfalls verboten.

Von der Bunte verlangen die Richter, dass sie in der nächsten Ausgabe eine Richtigstellung veröffentlicht. Im Dezember 2014 soll die People-Zeitschrift geschrieben haben, dass Grönemeyer einem Fotografen eine Reisetasche an den Kopf geschleudert und den zu Boden gegangenen Mann mit den Händen gepackt haben soll. Die Verbreitung dieser Aussagen wurde nun untersagt. „Die Richtigstellung muss dahingehend erfolgen, dass – anders als zunächst berichtet – Herr Grönemeyer den Fotografen, als er stand, am Nacken festgehalten hat und sich dieser sodann zu Boden fallen ließ“, schreibt das Landgericht in seiner Pressemitteilung. Zudem verdonnerten die Richter die Bunte zu einem Schadenersatz von 3.111,85 Euro (Az. 28 O 225/15).

Bereits im März hatte das Oberlandesgericht Köln die Verbreitung eines Videos über den Vorfall untersagt. Die neuen Urteile richten sich nun auch gegen die Verbreitung einzelner Bilder, die aus dem Film stammen sollen.

Via Pressemitteilung erklärt das Gericht, wie es zu den jeweiligen Entscheidungen gekommen ist: “Hinsichtlich des streitigen Hergangs hat die Kammer im Rahmen der Beweisaufnahme Video- und Fotoaufnahmen in Augenschein genommen, die beteiligten Parteien persönlich angehört und Zeugen vernommen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sah es die Kammer als erwiesen an, dass die nunmehr untersagten Aussagen unwahr sind und damit den Kläger in seinem Persönlichkeitsrecht verletzen.”

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/urteil-im-prozess-um-ausraster-aufnahmen-von-groenemeyer-16076701.html

….

Zwar habe Grönemeyer tatsächlich mit einer Tasche nach einem der Fotografen geschlagen und ihn möglicherweise (wie bitte? das sieht man ja wohl eindeutig auf dem video) auch getroffen, sagte Hengstenberg. Doch der Künstler habe aus Nothilfe gehandelt und verhindern wollen, dass Fotos von seiner Familie gemacht wurden. Grönemeyer hatte im Prozess ausgesagt, er habe zuerst an einen Anschlag gedacht, als die Fotografen ihre Kameras auspackten. muahaha…lächerlich… und die Richter glauben das nur allzugerne.

Die Verteidigerinnen der Angeklagten kündigten an, gegen das Urteil
Revision einzulegen. Grönemeyers Anwalt bezeichnete das Urteil in
einer Mitteilung als „Genugtuung“. Der Künstler sei „eindeutig Opfer
von Straftätern geworden“.

Mit dem Urteil ging das Gericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die achtmonatige Bewährungsstrafen gefordert hatte. Hengstenberg betonte, die Kammer habe keinerlei „Promi-Bonus“ berücksichtigt.

Die Verteidigerinnen der Angeklagten kündigten an, gegen das Urteil Revision einzulegen. Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, das die beiden Fotografen gegen Grönemeyer angestrengt hatten, wurde eingestellt.

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