Der Österreichkorrespondent: beim Essen sich selbst vertrauen

die Wissenschaftler stehen unter Veröffentlichungszwang für ihre eigene Karriere und in Konkurrenz mit anderen Wissenschaftszweigen um das Lebenselexier GELDER Zuweisung. Publish oder perish – veröffentlichen oder untergehen. Bis die heutigen von Fertigprodukten und Einheitssorten verhunzten Geschmacksnerven regeneriert sind, der Körper von Glutamatsucht gereinigt ist….dauert es, manchmal Jahre, aber es lohnt sich.

Der Ernährungswissenschafter Uwe Knop hält nichts von Ernährungsempfehlungen. Das Vertrauen in den eigenen Körper ist für ihn der Schlüssel zum Genuss

Also völlig egal, was auf dem Tisch und im Magen landet? Keineswegs. Knops Buch sollte nicht als Plädoyer für einseitige Ernährung gelesen werden. Der menschliche Organismus braucht Vielfalt, Abwechslung und unterschiedliche Nährstoffe. Im Idealfall entsteht daraus Genuss. Laut Knop macht sich dieses Gefühl vor allem dann breit, wenn wir auf unseren Hunger, die Lust am Essen und auf den individuellen Geschmack vertrauen. Der Körper als Navigationsinstrument in Ernährungsfragen, so einfach ist das. Traurig, wenn dazu ein Buch notwendig ist.

Der deutsche Ernährungswissenschafter Uwe Knop hat eine Mission: Mit seiner kulinarischen Erweckungsbewegung will er gesunde Menschen von Ernährungsdogmen und -mythen befreien.

„Statt sich an der Vielfalt und Versorgungssicherheit zu erfreuen, wuchs und wächst die eingebildete, da völlig unbegründete Angst vorm Essen“, schreibt Knop am Anfang seines neuen Buches „Dein Körpernavigator“.
In knapp 30 Kapiteln arbeitet er sich an seinem Lieblingsgegner ab: der Ernährungswissenschaft.
Auf 240 Seiten präsentiert er die Conclusio aus rund 5.000 Ernährungsstudien, die meist auf Beobachtungen basieren und deshalb auch widersprüchlich sind.
Das bietet zwar einen guten Nährboden für Hypothesen, Kausalschlüsse lassen sich daraus aber nicht ableiten. Die Anzahl qualitativ hochwertiger, randomisiert-kontrollierter Studien bleibt überschaubar.
Das Fazit von Knop: „Kein gesunder Mensch braucht Ernährungswissenschaft – und noch weniger daraus resultierende Ernährungsempfehlungen, denen die wissenschaftliche Grundlage fehlt.“
Einfach essen: Kein Lebensmittel ist per se gut oder böse.

Tatsächlich lässt sich der Einfluss zahlreicher Störfaktoren, sogenannter Confounder, in Beobachtungsstudien nur unvollständig eliminieren.

Dennoch werden die daraus gewonnenen Ergebnisse häufig als feststehende Erkenntnisse präsentiert.

Das ist Teil der wissenschaftlichen Praxis. Doch das System steht auf wackeligen Beinen, wie Knop durch Statements von Vertretern der evidenzbasierten Medizin verdeutlicht. „Ein kausaler Rückschluss der Erkrankungsgeschichte auf ein spezielles Essverhalten ist nur in extremen Einzelfällen möglich, in der Regel lässt sich dazu nichts sagen“, wird etwa Peter Nawroth, Leiter der Inneren Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg, zitiert.

Auf den Körper hören

Selbst Verfechter der Ernährungswissenschaft räumen zunehmend ein, dass die Einteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel überholt und nicht sinnvoll sei. Als kleinster gemeinsame Nenner in Ernährungsfragen bleibt übrig: Es ist weniger relevant, was wir essen, sondern wie viel.

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