Kommentare zur Protestbewegung der Bauern

ich möchte hier durch die Wiedergabe von Kommentaren Bauern zusätzliche Öffentlichkeit verschaffen, denn die Probleme sind komplex!
Der Wille, etwas zu verbessern ist da, aber die Regulatorien und die Realität ist voller Fallstricke und Gruben…
Helfen wir unseren Bauern, besonders den jungen, die gerade den Bauernverband – diese beitragsfinanzierte  Polit-GEZ-NGO  – links liegen läßt! Brravo!!

Moin!

Ich fürchte, gegen Umweltauflagen zu kämpfen ist im Prinzip wie gegen die ureigensten Interessen der nachhaltigen Landwirtschaft zu kämpfen?!

Was erwartet man denn? Keine Auflagen, möglichst wenig Kontrollen? Und dann … wird nicht jede Produktivitätssteigerung ohnehin wieder eingepreist?

Wenn es nur um den Dialog mit der Politik, aber nicht mit den Verbrauchern geht, dann kann man sich das schenken!

Welche Parteien will man hier denn erreichen? Ich weiß zumindest, welche Parteien MERCOSUR bejubelt haben und für die Wirtschaftspolitik verantwortlich sind, die die Landwirtschaft erst in diese Misere geführt haben. Und ich weiß, welche Partei da welche Beiträge im Bundestag eingereicht hat von wegen nach den Taten bemessen.

Und von wegen Bauernverband. Ich dachte immer, Spekulation mit Agrarflächen wäre ein Problem. Scheint aber nicht so schlimm zu sein, wenn eine linksgrünversiffte Landesregierung sich dieses Problems endlich mal annehmen möchte?!
https://www.tlz.de/politik/gruene-und-linke-wollen-gesetz-gegen-landraub-bauernverband-sieht-das-kritisch-id227210699.html

Jetzt holt einen der Mist ein, zu dem ein der ewige Unterbietungswettkampf gezwungen hat, und man wundert sich?! Ewiges Wachstum funktioniert nie nicht, sollte jeder Landwirt wissen … und trotzdem hofiert man immer diejenigen, die genau das fordern … und wundert sich darüber, daß das Auto wichtiger ist als Essen … yeah …

Bauer@BauermitHeimat8. Oktober 2019

Ja, schade daß die Grünen Kreuze nun mit Urheberrecht versehen werden …. Eine Graswurzelbewegung ist eben eine „Bewegung“, also mit Dynamik verbunden. Daher ist die Initiative „Land schafft Verbindung“ auch in diesen Kontext zu sehen. Willi, wenn Du Bonn nicht mit Deinem Trecker blockieren willst, akzeptiere ich das, aber eine Distanzierung finde ich traurig.

 

Thomas Apfel6. Oktober 2019
(gekürzt um den Part des Kleinstaaterei Vorwurfes…wer die EU Huldigung des ansonsten sehr guten Kommentars lesen will, bitte direkt klicken – Anmerkung: EU Superstaat ist nicht die Lösung!)

…In Bezug auf Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume für Insekten und anderes Mitgetier sind Strukturanalysen der Landschaften und sinnvolle Wiederherstellung bzw. Neuerstellung von Saumbiotopen sinnvoll. Gemeinsam mit den Bauern wird das aber nur gelingen, wenn nicht jeder angelegte Blühstreifen und jede Obstwiese sofort Naturschutzstatus bekommt. Das ist dann tatsächlich eine Enteignung. Bei der Bewertung der tatsächliche Auswirkungen von Pflanzenschutz auf Biodiversität und Artensterben gehört ihre Partei und vor allem Frau Tackmann zu den Scharfmachern, die die Grünen gern links überholen möchten.
Nüchterne Abwägungen und Beurteilungen täten not, einen Beitrag gerade ihrer Partei dazu kann ich nicht feststellen. Ein Dilemma in den gegenwärtigen Entwicklungen ist die Verschiebung der „gefühlten“ Glaubwürdigkeit in Richtung NGO´s, einfach dank deren medialer Vernetzung. Der Politik, den Parteien und den konventionellen Bauern wird nur von einem Viertel der Bevölkerung Glaubwürdigkeit attestiert. Bei den NGO´s ist das Verhältnis genau umgekehrt, sie werden von über 70 % der (interessierten) Bevölkerung für glaubwürdig gehalten. Sie werden in den nächsten 10 Jahren die Politik bestimmen und nicht mehr die Parteien, und sie sind über kein Wahlverfahren demokratisch gewählt, sondern generieren ihre Macht aus Dogmen, Halbwahrheiten auf der einen Seite und Inquisition und Ausgrenzung auf der anderen Seite: ( „Du nicht meiner Meinung: Du Faschist !“). Dies ähnelt der Machtergreifung durch andere Glaubenseiferer in den verschiedensten Gegenden dieser Erde in Vergangenheit und Gegenwart erschreckend.

Schmeckt gut 22. Oktober 2019

Herr Schönberger, prima, wenn sie sich so bei ihrem regionalen Bauern einbringen. Wir leben hier auf dem platten Land. Haben jeweils eine Stunde bis zur Autobahn. Geringe Bevölkerungsdichte. Trotzdem lief bis vor 10 Jahren unsere Direktvermarktung mit über 10 verschiedenen Früchten recht gut. Als dann die Discounter und Megasupermärkte verstärkt an ihrer Qualität im O&G und auch gesamten Sortiment arbeiteten und auch mehr und mehr Doppelverdiener und Singlehaushalte entstanden, brach genau dieser, von ihnen geforderte Direktabsatz, massiv ein. Wir bauen jetzt nur noch eine Kultur an und das im großen Stil. Sie würden wahrscheinlich sagen „industrieller Anbau“. Es funktioniert aber nicht anders. 3 Generationen und unsere Angestellten und Saisonhelfer wollen versorgt sein. Solawi finde ich auch megaspannend, aber wie bitte schön soll die bei uns auf dem platten Land funktionieren, wo viele nach dem Geld schauen müssen? Vor 20 Jahren, bevor wir den Betrieb neu ausgerichtet haben, wäre es einen Versuch wert gewesen. Aber einen Hofnachfolger hätte ich dann mit Sicherheit nur gefunden, wenn wir in Großstadtnähe leben würden. Zur Risikoabsicherung in der Solawi benötigt man einen bevölkerungsreichen Einzugsbereich. Mein Sohn ist vor 3 Jahren in eine Vater/Sohn-GbR eingestiegen, um die Hofübergabe vorzubereiten. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob dieser Schritt richtig war.

danke, dass wir ins Gespräch kommen.
Regionalität :
Unser Betrieb hat eine kleine Mutterkuhhaltung. Die Kälber verkaufen wir gerne als Absetzer. Hat dieses Jahr nicht geklappt, wir haben zwei Bullen stehen.
Wir haben einen Metzger im Dorf, der hat auch ein Schlachthaus, es entspricht allerdings nicht mehr den heutigen EU – Anforderungen.
Wenn es klappt könnten die Tiere 30 km entfernt bei jemandem geschlachtet werden. Die Entfernung ist noch akzeptabel. In anderen Regionen ist das nicht immer so möglich.
Wir bauen Mais für die menschliche Ernährung an. Drei Orte weiter ist Deutschlands einzige Maismühle. Da haben wir Glück, dass die in unserer Region ist. Wir wollten den Mais gerne auf Bio umstellen, geht aber nicht, der Markt ist voll. Die Produkte, die diese Mühle hergestellt, sind weltweit im Handel.
Wir bauen diverse Getreidesorten an, wir haben auch zwei Bäcker bei uns im Ort. Der mahlt allerdings kein Getreide. Zudem ist er an unseren „normalen“ Sorten nicht interessiert. Eher an unserem Dinkel und Emmer. Für diese Sorten gibt es hier in unserer Region keinen Abnehmer, der ist sehr viel weiter weg.
Wir haben überlegt, ob wir uns eine Schälmaschine kaufen sollen, ist für uns zu teuer.
Wir haben auch Wein. Den verkaufen wir nicht regional. In unserer Region gibt es Wein zu Hauf.

Diese Regionalität die wir uns alle so sehr wünschen, die gab es. Leider ist sie gestorben und daran hatte auch die Politik mit ihren Auflagen mit Schuld.
Vielleicht erwächst sie ja wieder neu.

Herr Schönberger, wir arbeiten konventionell.
Wir haben vieles im Anbau, was nicht gespritzt wird und den Rest behandeln wir je nach Druck. Ist beispielsweise das Unkraut in einem tollerierbarem Rahmen, werden keine Herbizide ausgebracht. So lange Schädlinge nicht überhand nehmen, verwenden wir auch keine Insektizide.
Jede Spritzung kostet Geld und das schmeißt keiner zum Fenster raus, wenn er es später nicht mehr sieht.
Ich denke, da kann ich für die Mehrheit der Landwirte sprechen.

Ernest Schönberger22. Oktober 2019

Vermute mal, die Aussage

…Diese Regionalität die wir uns alle so sehr wünschen, die gab es. Leider ist sie gestorben und daran hatte auch die Politik mit ihren Auflagen mit Schuld. …

hat in der starken Lobbymacht des LEH-Oligopols und der Chemie und Maschinenbauindustrie seinen tiefen Hintergrund. Oder?
Das Kapital – das flüchtige Reh – kann ja in globalisierten Zeiten so gut ausweichen wie noch nie. DAGEGEN muss was getan werden. Und: es gibt einen Grad von Mechanisierung / Automatisierung, der vor Ort Sinn macht. Mehr nicht. Oder? Das müsste Politik, glaube ich, eher regional als bundesweit oder gar EU-weit regeln. Und da hakts. Weil man Chemie und Maschinen eben weltweit am gewinnbringendsten verkaufen kann. Weil man als LEH-Riese ganz Westeuropa als Markt hat. Weil Transporte halt so billig sind. Weil, weil, weil…

Elisabeth Ertl 22. Oktober 2019

Die NGOs generieren ihre Glaubwürdigkeit v.a. über Großspender, die äußerst professionelle Medienkampagnen finanzieren und Idealismus mimen, wo sie ihre eigenen privaten Interessen meinen.
In Österreich sind zum Beispiel Hausratte und zwei Fledermausarten vom Aussterben bedroht. Hat so ein Tier je nur annähernd jene mediale Aufmerksamkeit erlangt wie der Wolf, der global alles andere als vom Aussterben bedroht ist? Der WWF ist vor allem eine Vereinigung finanzkräftiger Großwildjäger. Und warum die den Wolf hier haben wollen, das kann man in folgendem Text nachlesen:
https://www.jagdreisen.de/beitrag/jagd-auf-wolfe
Rehkrickerl und Hirschgeweihe hängen schon zuhauf in den illustren Jagdzimmern, jetzt muss was Spannenderes her. Und plötzlich ist der Schalenwildbestand, der dem Jagdtourismus zuliebe hochgehalten wurde, ein Problem.
NGOs machen heftigst Politik, aber ohne Verantwortung. Während man von Politikern immer mehr auf Offenlegung ihrer Finanzquellen pocht, interessiert sich kein Schwein, wer die NGOs sponsert.

Wir machen weiter unseren stillen Protest, denn wir wollen frei mit der Politik reden und so Veränderungen herbeiführen. Anders unsere jungen Berufskollegen , die nach holländischen Vorbild mit den Schleppern demonstrieren wollen. Die Gruppen sammeln sich gerade und organisieren sich über das Internet , ohne den Bauernverband. Welcher Weg nun der Richtige ist , wird sich später herausstellen , aber eins sollte klar sein . Zeit haben unsere Höfe nicht , denn Düngeverordnung und Agrarpaket lsssen unsere Einkommen in die Verlustzone laufen und das treibt uns alle an. Einer unserer Gegner , der Staatssekretär Aeikens verläßt schon freiwillig das Ministerium . Jetzt fehlt nur noch der Staatssekretär Flasbarth im Umweltministerium, dieser Hauptakteuer und unser größter Widersacher. Beide gehören dort nicht hin und sollten durch realistische , nicht ideologische Fachleute ersetzt werden. Hoffen wir einmal.

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