Tagesspiegel-Autor Christoph von Marschall mit Clay-Medaille ausgezeichnet

ausgerechnet Tagesspiegel… aber interessant, wie sich die Elitenkaste gegenseitig beschmückt. Dabei kommt es allerdings immer wieder zu Mißklängen, wie man ausgerechnet am Namensgeber der Auszeichnung sehen kann. Insbesondere, wenn man sich vor Augen hält, daß gerade, also zeitgleich, ein 95 Jähriger von selbsternannten Nazijägern gehetzt wird. Allerdings passt es dann doch wieder, wenn man liest, daß er auch der Begründer der Propaganda im Kalten Kieg war, mit der die deutsche Bevölkerung gesteuert wurde. Aber leset selbst.

http://www.freie-pressemitteilungen.de/modules.php?name=PresseMitteilungen&file=article&sid=275751
CSA Redner und Tagesspiegel-Autor erhält Ehrung

Christoph von Marschall, seit 1991 als Redakteur beim Tagesspiegel, ist mit der Lucius D. Clay-Medaille ausgezeichnet worden. Die Laudatio auf den Journalisten hielt Sigmar Gabriel, Ex-Außenminister (SPD), im Karlsruher Rathaus vor dem Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs (VDAC).

Die Auszeichnung wird seit 1980 jährlich an deutsche und amerikanische Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung und Vertiefung der deutsch-amerikanischen Beziehungen und Freundschaft verdient gemacht haben. siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_D._Clay: Nazi Sympathisant? oder einfach nur wahrheitstreu?

Treatment of Nazis during governorship

Behandlung von Nazis während der Regierungszeit durch D. Clay:

Clay war für die umstrittene Umwandlung einiger Todesurteile verantwortlich, so zum Beispiel für die verurteilten NS-Kriegsverbrecher Erwin Metz und seinen Vorgesetzten Hauptmann Ludwig Merz zu nur fünf Jahren Haft (verbüßt). Metz und Merz waren Kommandanten des berüchtigten Sklavenarbeitslagers Bergba, Thüringen, in dem 350 US-Soldaten geschlagen, gefoltert, verhungert und gezwungen wurden, während des Zweiten Weltkriegs für die deutsche Regierung zu arbeiten. Die Soldaten wurden ausgesucht, weil sie jüdisch aussahen oder klangen. Mindestens 70 US-Soldaten starben im Lager oder auf einem späteren erzwungenen „Todesmarsch“, teilweise durch Metz selbst. Damals galt die Bundesrepublik als strategisch wichtig für die Entwicklung des Kalten Krieges zwischen den Nationen des West- und Ostblocks. Die vorzeitige Freilassung der Täter hatte die beabsichtigte Wirkung, die deutsche Öffentlichkeit gegenüber den Vereinigten Staaten zu stärken.

Er reduzierte auch die Strafe für Ilse Koch, die „Bestie von Buchenwald“, die in Nürnberg wegen Mordes verurteilt worden war und die infam (und vielleicht ungenau) beschuldigt worden war, Handschuhe und Lampenschirme aus Gefangenenhaut herstellen zu lassen.

Die Strafmilderungen basierten auf den voreiligen Verurteilungen einiger Buchenwalder nach Kriegsende;

die Beweise waren manchmal fragwürdig und viele Zeugen sagten, dass sie von alliierten Verhörern geschlagen worden waren. Clay bestätigte mehrere Todesurteile als gültig, verwandelte andere in Haftstrafen und ließ einige, darunter Ilse Koch, nach Verbüßung einer reduzierten Strafe wegen fragwürdiger Beweise frei.

Unter dem Druck der öffentlichen Meinung wurde Koch 1949 erneut verhaftet und vor einem westdeutschen Gericht und am 15. Januar 1951 zu lebenslanger Haft verurteilt….

Kultureller Kalter Krieg

Während dieser Zeit stellte er den amerikanischen Intellektuellen und ehemaligen US-Army-Kampfhistoriker Melvin J. Lasky ein. Lasky und Clay entwickelten das Konzept eines „kulturellen Kalten Krieges“, durch den die UdSSR auf psychologischer und intellektueller Ebene bekämpft werden sollte. Clay war maßgeblich an der Gründung, Finanzierung und Förderung von Der Monat beteiligt, einer Zeitschrift zur Unterstützung der US-Außenpolitik und zur Gewinnung deutscher Intellektueller. Kopien von Der Monat wurden zusammen mit Zubehör während der Luftbrücke geliefert. 1966 wurde aufgedeckt, dass auch Gelder von der CIA über US-amerikanische Stiftungen in die Zeitschrift flossen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Der Monat an Die Zeit verkauft.  nter anderem schrieben für den Monat die Autoren Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Raymond Aron, Saul Bellow, Heinrich Böll, Ralf Dahrendorf, Milovan Djilas, T. S. Eliot, Max Frisch, Hermann Kesten, Arthur Koestler, Irving Kristol, Richard Löwenthal, Peter Härtling, Thomas Mann, Peter de Mendelssohn, Armin Mohler, George Orwell, Hans Sahl, Ernest J. Salter, Ignazio Silone, Hilde Spiel und Peter Szondi.

Clay studierte auch Fernsehpropaganda und führte ein, dass „man in Europa diese ständige wiederholte Propaganda ohne Werbung und ohne Pause bekommt“, während in den Vereinigten Staaten „die Werbung einem ein direktes Gefühl der Sicherheitt gebe, dass man keine Propaganda in dem Programm hat, das einem vorgesetzt wird“.

Eisenhower Administtration und Kreuzzug für die Freiheit

Nach dem Ende von OMGUS diente Clay den Vereinigten Staaten in anderen Funktionen. Er hatte bereits 1933 Erfahrung mit der Leitung und Organisation von Projekten im Rahmen des New Deal gesammelt und wurde später einer der engsten Berater von Dwight Eisenhower, den er bei der Sicherung der republikanischen Nominierung von 1952 unterstützte und half, Mitglieder seines Kabinetts nach dem Amtsantritt als Präsident auszuwählen.

Als Eisenhower im Amt war, diente Clay als sein inoffizieller Abgesandter in Europa. Eine seiner ersten Aufgaben als Abgesandter von Präsident Eisenhower und als nationaler Vorsitzender des Kreuzzugs für die Freiheit bestand darin, die Freiheitsglocke der Stadt Berlin zu weihen.

1954 wurde er von Präsident Eisenhower aufgefordert, an der Ausarbeitung eines Plans zur Finanzierung des vorgeschlageneninterstate Autobahnsystems (wohl nach deutschem Vorbild…) mitzuwirken. Während der Mauerkrise 1961 bat Präsident John F. Kennedy ihn, Berater zu sein und nach Berlin zu gehen, um über die Situation zu berichten. Zwei Jahre später begleitete Clay Kennedy auf seiner Reise nach Berlin. Während seiner berühmten Ich bin eine Berliner Rede sagte Kennedy: „Ich bin stolz (….), in Begleitung meines amerikanischen Kollegen General Clay hierher zu kommen, der in den großen Krisenzeiten in dieser Stadt war und bei Bedarf wiederkommen wird.“

Stiftungen, Kapitalgesellschaften, Ausschüsse 1950-1978

Die George C. Marshall Foundation, die Clay’s Korrespondenz mit Unternehmen, Stiftungen und Ausschüssen beaufsichtigt, hat eine alphabetische Liste zusammengestellt, die einen sehr guten Überblick über sein breites Spektrum an Aktivitäten in diesen Bereichen gibt.

General Clay diente allen folgenden Institutionen in gewisser Weise – als Mitarbeiter, Vorstandsmitglied oder in einer ähnlichen Position.

Advisory Committee on Army Organization, 1953-1954
Affirmation: Vietnam, 1965-1966
American Express, 1953, 1967-1969, 1977
American Red Cross, 1952, 1955, 1957-1959, 1962
American Rose Society, 1972-1973
American School of Classical Studies at Athens, 1971-1974
American Society of Civil Engineers, 1975-1979
Business Advisory Council, 1950-1958
Business Council, The, 1967-1972
Central Savings Bank, 1952
Chase Manhattan Bank, 1965, 1974-1975
Citizens for Eisenhower-Nixon, 1956, 1962
Columbia-Presbyterian Medical Center, 1969, 1972-1976
Committee of Concern, 1973-1975
Committee of Cuban Families, 1963-1965
Continental Can Company, 1973-1977
Cornell University, 1954, 1956-1957
Corps of Engineers, 1971, 1974-1977
Council on Social Work Education, 1968-1971
Crusade for Freedom, 1950, 1953
Federal National Mortgage Association, 1972-1977
George C. Marshall Research Foundation, 1972-1974
George C. Marshall Research Foundation, 1975-1978
General Aniline and Film Corporation, 1955, 1957
General Motors Corporation, 1951-1973
Infantry Museum Association, Inc., 1972-1973
International Management and Development Institute, 1973-1978
Lehman Brothers, 1963-1974
Lehman Brothers, 1975-1978
Marine Midland Trust Company, 1950-1951, 1953, 1955, 1957
Metropolitan Life Insurance Company, 1953-1957
Munitions Board, 1951
National Committee for a Free Europe, 1953
National Fire Protection Association, 1953-1954
New York City Mayor’s Committee on Stock Transfer Tax, 1966-1968
New York State Civil Defense Commission, 1950 July 10
Pakistan Relief Committee, 1970-1971

Auszeichnungen

Clay erhielt nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten am 19. Mai 1949 neben vielen anderen Auszeichnungen eine Ticker-Tape-Parade und erschien dreimal auf dem Cover des Time Magazins.

Clay erhielt außerdem die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin und wurde 1953 zum Ehrenbürger von Berlin (West) ernannt.

Eine der längsten Straßen West-Berlins wurde ihm zu Ehren als Clayallee bezeichnet, ebenso wie das Clay Headquarters Compound, das sich dort befand. Sie beherbergt den Hauptsitz der Berlin Brigade, der U.S. Army Berlin (USAB), und die U.S. Mission in Berlin.. … 1978 wurde eine neue US-Armeebasis in Norddeutschland in der Nähe der Stadt Bremen nach Clay benannt und beherbergte bis zum Ende des Kalten Krieges eine  Brigade der 2. Armored Division,…, die ihren Sitz in Fort Hood, Texas, mit dem Rest der 2AD hatte. Diese Einheit wurde in 2. gepanzerte Division (Forward) umbenannt. 2AD (FWD) wurde im Golfkrieg von 1991 eingesetzt, bevor sie im Rahmen der Abrüstung der U.S. Army aufgelöst wurde. Seit dem 1. Oktober 1993 werden diese Baracken von der Bundeswehr genutzt, sind aber immer noch nach Clay benannt.

Der „General-Clay-Marsch“ von Heinz Mertins wurde zu seinen Ehren geschrieben.

Der Wiesbadener Heeresflugplatz bei Frankfurt wurde am 14. Juni 2012 zu Ehren von GEN Clay in „Lucius D. Clay Kaserne“ umbenannt. Der Heeresflugplatz Wiesbaden wurde in der „Operation Vittles“, alias der Berliner Luftbrücke, intensiv genutzt. Der Name „Lucius Clay“ ist in dem Song „The Legend of Wooley Swamp“ der Charlie Daniels Band enthalten. Clay war gerade gestorben (an Emphysem und Herzinsuffizienz), als das Lied geschrieben wurde. Clay liegt begraben auf dem West Point Friedhof, zwischen den Gräbern des Apollo I Astronauten Ed White und des Panama-Kanal-Chefingenieurs George W. Goethals. An Clays Grabstätte befindet sich eine Steinplatte der Berliner Bevölkerung, auf der steht: „Wir danken dem Bewahrer unserer Freiheit“.

Preise und Auszeichnungen
Verdienstmedaille mit zwei Eichenblättern, Bronzemedaille, Siegesmedaille des Ersten Weltkriegs, Besatzungsmedaille der Bundesrepublik Deutschland, Medaille des Amerikanischen Verteidigungsdienstes, Medaille der Amerikanischen Kampagne, Medaille der Europa-Afrika-Mittleren Osten-Kampagne, Siegesmedaille des Zweiten Weltkriegs, Besatzungsmedaille der Armee, Orden von Kutusow, Orden des Britischen Empires, Militärorden des Weißen Löwen, Offizier des Militär-Wilhelm-Ordens, Kommandant der Ehrenlegion und Bundesverdienstkreuz.

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Christoph von Marschall, der Politikwissenschaften und Osteuropäische Geschichte studierte, war beim Tagesspiegel Leiter der Meinungsredaktion und von 2005 bis 2013 Washington-Korrespondent. Er sei damals „der einzige deutsche Zeitungskorrespondent mit Zugangspass zum Weißen Haus“ gewesen, berichtet der Tagesspiegel.

In den Jahren 2017 und 2018 war der Journalist als erster Helmut-Schmidt-Stipendiat der Zeit-Stiftung und des German Marshall-Funds für einige Monate in den USA und schrieb sein jüngstes Buch „Wir verstehen die Welt nicht mehr. Deutschlands Entfremdung von seinen Freunden“, welches 2018 in den Handel kam. Darin untersucht von Marschall, wie international handlungswillig die deutsche Politik ist. Seine Biografien über den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und seine Ehefrau Michelle Obama sowie sein Buch über die Kulturunterschiede zwischen Deutschland und Amerika wurden beliebte Bestseller.

Heute ist Christoph von Marschall als diplomatischer Korrespondent für die Tagesspiegel-Chefredaktion tätig. Des Weiteren ist von Marschall Gast im ARD-Presseclub, der Phoenix-Runde und in Talkshows wie „Anne Will“ und „Maischberger. Die Woche“. Er kommentiert im Deutschlandfunk und im WDR und ist stellvertretender Vorsitzender des Berliner Presse Club e.V.

Christoph von Marschall reiht sich nunmehr seit kurzem ein in die Liste von berühmten Preisträgern der Lucius D. Clay-Medaille. Vor ihm wurden u.a. die US-amerikanische Philosophin Susan Neiman, der Basketball-Star Dirk Nowitzki, Angela Merkel und Hans-Dietrich Genscher geehrt.
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