Hasstinetten – vom Zerstörerischen zum Leben

ein hustender Konservativer sorgt für Wirbel bei einem Auftritt von Alice Weidel, weil sie seine Gestik mißinterpretiert als „Kopf-ab“, der Mann wird aus dem Saal entfernt. Das Video verbreitet sich im Netz… Spötter nennen es den Hasstinetten – Vorfall.

Ist das nicht irrsinnig, wieweit es hierzulande gekommen ist? Für den Hustenden sehr unangenehm, inklusive ungewolltem Aufstieg zu einem Internet Sternchen, für Alice Weidel peinlich, für Spötter gefundenes Fressen. Hasstinetten ist dabei wirklich ein genialer Wortwitz.

Und alles, weil die Stimmung in der Politik so auf Hassrede-Eindämmung und Co polarisiert ist. Geradezu zwanghaft pathologisch sieht man überall Gegner, wie in Israel. Jede kleine Mißstimmung wird aufgeblasen, Jede pieksende Stecknadel im politischen Heuhaufen zur Stinger-Rakete hochstilisiert.

Deutschland ist nicht gespalten, sondern zersplittert. Eine Folge, wenn man sein Eigenes, seinen grundlegenden Konsens, seine allen gemeinsame Tradition und seine Sittlichkeit verloren hat. Insbesondere die Sittlichkeit, aus der Gerechtigkeit und Ehrempfinden erwachsen. Von einem Verlust der Ratio ganz zu schweigen. Man wähnt sich in einem Kindergarten, wo mit Sand und Förmchen herumgeworfen wird.

Man traut inzwischen jedem alles zu. Nichts erscheint mehr unmöglich.

Und DAS ist auch der Normalzustand in dieser Welt. Seit 2000 Jahren wurden politische oder wirtschaftliche Gegner gemeuchelt. Durch Gift oder Messer, in England wurden potentielle thronfolgende Kinder auch gerne mit dem Kopfkissen erstickt. Unliebsame Konkurrenten wurden der Hexerei angeklagt und versauerten in dunklen Verliessen, wurden verbannt oder durften sich auch gerne selbst meucheln. Harakiri mit dem Schwert, der Revolver mit einer Kugel oder der Schierlingsbecher. Die Fantasie innerhalb der Gruppen im Kampf um Macht und Reichtum sich gegenseitig zu schaden ist grenzenlos.

Solange sich dies in Herrschaftsformen abspielte, die sich aus einer mehr oder weniger kleinen Schicht von Mächtigen zusammensetzte, war das nicht besonders gravierend. Darwinistisch regelte und rächte sich das innerhalb dieser Gruppe. „Kollateralschäden“ waren üblich, betrafen aber ebenfalls immer nur einen Bruchteil der Gesamtheit.

In einer Demokratie hingegen, sind alle, ist die ganze Gesellschaft davon betroffen. Das Gift des Machtkampfes sickert bis hinein in die Familien und Freundschaften, in das Wirtschaften, den Handel und Wandel und zerstört sich selbst an der Basis, die in den letzten 2000 Jahren immer für Regeneration sorgen konnte.

Vielleicht ist es nun nicht der schlechteste Rat, sich von den Vorgängen im Umfeld der Machteliten emotional zu distanzieren und sich um das zu kümmern, was wirklich wichtig ist. Das wirklich Wichtige für sich herauszuarbeiten und dann tätig zu werden mit dem, was man selbst zur Verfügung hat. Die Ereignisse unter den Machteliten sind etwas für das Kopf-Archiv. Etwas, das man registriert und abheftet. Etwas, das dem Gesamtbild, das man sich von seinem Leben schafft, einen Farbtupfer hinzu gibt. Nicht mehr.

In dieser aufgeheizten Stimmung ist es notwendig, einen kühlen Kopf zu bewahren, seine Ratio, Verstand und Vernunft für sich zu kultivieren und die aus der Emotion, aus seiner Gefühlswelt stammende Motivation für gewinnträchtige Ziele einzusetzen. Andernfalls erschöpft man seine Nebennieren.

In den Nebennieren werden die Hormone produziert und ausgeschüttet, die über Emotionen Tatkraft verleihen. Diese Produktion kann überbeansprucht werden und zuviele Hormone geraten in den Körper, die sich dann im Gewebe und Gehirn ablagern, da sie nicht durch Taten verbraucht werden.

Daher kommt auch der Rat von Ärzten, Ausdauersport bei Stress zu betreiben. Nebennierenhormone setzen den Körper in Alarm und auf Alarm muß die flucht oder der Kampf folgen. Das heißt, die Hormone werden verbraucht, indem sie das Tun dürfen, was sie sollen. Körper in Bewegung versetzen.

Allerdings haben sie auch eine massive Auswirkung auf die Gehirnfunktion. Und diese ist noch überhaupt nicht verstanden. Zum Beispiel die Auswirkung auf das Lernen und das Gefühl der Befriedigung, auf die Ausbildung von Gleichgewichten usw. Daher ist der Rat zu Ausdauersport zwar per se nicht schlecht, aber kann die Auswirkungen der Hormonwirkung nicht so steuern wie es nötig ist.

Es ist, als ob der Organismus einen sinnvollen Zusammenhang herstellen könne zwischen Auslöser und Reaktion. Beispiel: Streitet man sich mit dem Nachbarn bleibt es unbefriedigend, wenn man nur Joggen geht. Man baut die muskulären Stresshormone zwar ab, aber die gehirn-funktionellen Wirkungen nicht. Es ist, als ob man immer Anlauf zu einem Sprung nähme, aber immer kurz davor abbräche und stattdessen eine Runde durch das Stadion liefe.

Wir sind daher gut beraten, sinnvolle Zusammenhänge zwischen dem, was uns emotional erregt/ belastet und der Reaktion darauf herzustellen.

Die Be-friedigung aus sinnvollem Tun, der Friede mit sich selbst, die Erreichbarkeit eines Zieles und die Zufriedenheit, wenn man es erreicht hat, sowie der neue Ausblick von dem erreichten  Zielpunkt für die nächste Zielsetzung, sind gesunde Elemente unseres Lebens. Joggen nur des Stressabbaus wegen ist ungesund, kurzfristig, unbefriedigend und nicht zielführend.

Joggen als Beginn der Problemlösung hingegen ist sinnvoll. Dieser Unterschied ist kein Kleiner, denn wir sind eins mit unserem Leib. Nicht unsere Gedanken steuern unseren Leib, sondern unser Wille, unser Glaube, unser Streben.

Die Sinnhaftigkeit und die Entwicklung als Ausdruck des Lebens (im Gegensatz zu Stagnation/Stillstand) ist der Schlüssel. Schliessen wir damit eine Türe auf, kann das Leben gar nicht anders, als sich mit Leben zu füllen und zu wachsen.

 

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