Die Mallorca Gänger aus dem Fernsehen erzählen die wahre Story – späte Erkenntnis

diese Leute bekommen nun die geballte Wut der Mitbürger ab … schlechtes Gewissen, wo sie keines haben müßten … und eine Lehre für ihr ganzes Leben.

Mediale Hetzjagd auf Mallorca

Wie lief es wirklich ab?

Der Bierstrasse bleibt geschlossen – und das für ganze 2 Monate. Ein Ergebnis von Bildern die nahezu jeder im TV mitverfolgen durfte. Die letzten Tage war gerade im Social Web dazu viel zu lesen: Alte Bilder, Stimmungsmache und übermotivierte Journalisten. Kaum ein gutes Wort lassen vereinzelte Leser und Leserinnen, die selbst auf der Insel waren, an RTL, SAT1 und Co. Aber was stimmt wirklich und wie haben es Leser die auf der Insel waren empfunden.

Wir haben mit Sascha (Name geändert) – 23, gesprochen. Er wurde von einem Kamerateam im Las Palmeras angesprochen, gab Interviews und lieferte mit seinen 5 Kollegen Bildmaterial für deutsche Kamerateams. Vom 10.07. – 13.07.20 auf der Insel, erlebte er genau die Hochtage der „asozialen Ballermanntouristen“ mit und muss sich nun vor der eigenen Familie, Freunden und Nachbarn zu diesen Bildern erklären.

Sascha, erzähl doch mal, wie hast du die Situation auf der Insel wahrgenommen und wie hat es euch überhaupt in das Las Palmeras verschlagen?

Wir haben schon im Februar gebucht, da war nur schwer zu ahnen, dass Corona uns einen Strich durch die Rechnung machen würde. Dass unser Flug dann doch ging, passte uns eigentlich gut, weil wir hatten wirklich Lust, wie jedes Jahr zurück auf die Insel zu fliegen. Dabei war uns schon bewusst, dass es diesmal anders werden würde als jedes Jahr und so sollte es auch kommen: Es fiel uns allen direkt auf, hier geht nicht wirklich was. 

Wir sind dann erstmal ins Deutsche Eck, wie momentan gewohnt mit Maske rein, an den Tisch und dort durften wir ohne Maske sitzen. Freitagabend sind wir dann später in das Las Palmeras gegangen, wo relativ wenig los war. Am Eingang wurde darauf geachtet, dass wir einen Mundschutz tragen und durften diesen auch erst am Tisch ablegen. Wenn man dann auf Toilette wollte, musste man ihn unbedingt wieder anziehen, ansonsten hat man direkt von einem Security “auf den Deckel” bekommen. Wenn man sich geweigert hat, haben wir auch andere gesehen, die rigoros rausgeflogen sind. Wir saßen dabei nur in unserer 6 Mann Gruppe am Tisch, ab und zu kam mal jemand fremdes an unseren Tisch, aber die wurden rigoros von den Securitys von unserem Tisch weggeschickt.

Und wie genau sind dann überhaupt diese Aufnahmen entstanden?

Der Tag an dem die Aufnahmen entstanden, war nicht mal der Freitag, der aktuell in aller Munde ist. Vielmehr war es einen Tag später, an welchem nach verschiedenen neuen Maßnahmen, alles noch viel ruhiger und gesitteter als am Vortag ablief! Wir saßen wieder im Las Palmeras. Hygieneregeln waren wirklich top und nochmal strenger als einen Tag zuvor.

Wir saßen direkt am Straßenrand. Sobald ein bisschen Stimmung aufkam, wurde diese von Mitarbeitern an diesem Tag direkt unterbunden. Weshalb eigentlich so gut wie nie gesungen wurde, denn das war wirklich streng verboten. In einem Moment, als verbotener Weise trotzdem nochmal Stimmung aufkam, nutzte ein Kamerateam, ohne Abstand ohne Maske und ohne Einhaltung der gängigen Corona Regelungen, die Gunst der Stunde, fing an uns zu interviewen. So dumm wie wir in diesem Moment gewesen sind, haben wir da mitgemacht und die gewünschten Bilder auch noch geliefert. 

Im Hintergrund hat das natürlich die Menge mitbekommen, weshalb es auch hier lauter wurde und alle anderen auch mitmachten. Und genau diese 5-10 Sekünder wurden unter anderem von der Presse genutzt. Das es so laut wurde, war nur der Presse zu verdanken. Wohl der lauteste Moment an diesem Abend. Sicherlich eine Situation die in dem Moment von uns auch falsch war. Aber wie gesagt, wenn dir in dieser Form von Presseleuten eingeheizt wird, machst du halt mir und siehst erst im Nachhinein die Konsequenzen.

Aber in den Interviews habt ihr euch dann geäußert und gesagt, dass hier die komplette Party ist?

Nein gar nicht! In den Interviews haben wir eigentlich nur dargestellt wie es wirklich ist, also dass hier allgemein recht wenig los ist und sich hier nahezu alle an die Regeln halten. Vor allem haben wir auch die Securitys in Bezug auf Corona gelobt. Dieses Material wurde aber gar nicht genutzt. 

Am selben Abend haben uns Kumpels noch Bilder geschickt, dass wir quer durch deutsche Nachrichten liefen. Wie wir uns den Link angeschaut haben, sind wir fast vom Glauben abgefallen. So wie das alles dargestellt wurde, war es in keinem Fall und das neben unserem Ausschnitt nur Bilder von den letzten Jahren genutzt wurden, ist scheinbar tatsächlich den wenigsten aufgefallen.

Ab Minute 08:55 seht ihr im YouTube Video, das beschriebene Szenario.

Wie fühlt sich das alles für euch jetzt an?

Wir fühlen uns wirklich ungerecht behandelt! Es fühlt sich für uns einfach so an, als wenn wir die Schuld dafür tragen, dass alle Läden schließen mussten. Wir hätten einfach niemals damit gerechnet, dass die Presse uns so ein Verhalten unterstellt. Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass es ein ganz normales Interview wird und die Tatsachen echt wiedergegeben werden. Jetzt muss man sagen, dass wir nie wieder in dieser Form mit der Presse sprechen würden. Das war ein riesen Fehler von uns – im Nachhinein ist man immer schlauer. Jetzt sind wir daheim und würden so wohl nie wieder handeln.

Also ist es jetzt zuhause dann wenigstens ruhig?

Zuhause anzukommen war krass. Bei uns im Ort sind wir nicht gern gesehen, weil wir die „Corona Gänger“ sind und sich tatsächlich einige von uns distanzieren und nichts mit uns zu tun haben wollen. Storys die der Wahrheit entsprechen, die wir erzählen, werden als unwahr abgeschmettert und einfach so ignoriert. Es ist wirklich schwer damit umzugehen.

Unser Fazit

Vielen Dank für das ausführliche Interview lieber Sascha. Eine Wiedergabe, wie auch wir sie vor Ort erleben mussten und schockiert zusahen, wie Pressekollegen immer wieder die sensationellen Bilder stellten, um das beste Material zu sammeln. Material, welches jetzt Menschen im dreistelligen Bereich ihren Job kostet, Existenzen gefährdet und falsche Bilder für wahr erklärt. Dass dieses Bildmaterial von der mallorquinischen Regierung gern gesehenes Futter im Kampf gegen den „Ballermann“ ist, ist wenig verwunderlich.

Dass sich aber auch die deutsche Regierung davon blenden lässt in unseren Augen verwerflich. Ein Mallorca Urlaub ist in unseren Augen genauso ungefährlich wie ein Aufenthalt irgendwo in der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb, scheut euch nicht, reist auf die Insel und genießt eure Urlaubszeit, hoffentlich bald auch wieder in der Bierstrasse.

https://t.me/Torsten_Donnerstein/841

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