Die Wandervögel: Bergischer Rabe

Auf den folgenden Seiten stelle ich meine Ausrüstung vor, die sich im Laufe meines Lebens angesammelt hat. Es soll Neulingen, die nicht so viel Geld haben und nach einer gebrauchten Ausrüstung suchen eine Übersicht geben, was es in der Vergangenheit gegeben hat.
wolfgang@nsh98.de

1954 – mit dem Rad nach Spanien… http://bergischer-rabe.de/weltfahrten/

… Tausende von deutschen Kriegsgefangenen erlitten noch unsagbare Qualen in der Sowjetunion, im fernen Sibirien. Von ursprünglich drei Millionen starb jeder vierte. Die Letzten kamen erst 1955 oder 1956 heim. Viele Schicksale blieben für immer ungeklärt.
Unser beider Hauptwohnsitz war Meppen im Emsland. Mein Stundenlohn betrug damals 98 Pfennig – oder hatte ich schon meine erste Lohnerhöhung? Dann betrug er schon 1,02 DM. Ein Viertelpfund einfache Fleischwurst kostete immerhin schon 50 Pfennig beim Metzger. Die Halbliter- Flasche Bier im Tante Emma- Laden war nicht unter 60 bis 70 Pfennig zu haben, doch es gab noch keine preiswerten Selbstbedienungsläden. Für das 0,2 Liter- Glas Bier im Gasthaus mussten wir immerhin 35 Pfennig berappen. Für die Kaue (so nannte man die Holzbaracke, kommt aus der Bergmannssprache) in der ich mit noch einem Kollegen wohnte (hauste) hielt man gleich 5 DM pro Monat vom Lohn ein. Die Bude bestand aus einem Mini- Raum, einem Doppelstock- Bett, einem kleinen Tisch, zwei Stühle und zwei kleinen Spinden. Der Weg zur Toilette war weit. Steuern, Vesicherung und sonstige Abzüge waren auch nicht gerade gering. Also, ich geizte mit jedem Pfennig. Aß nur noch das Preiswerteste, trank sieben Monate kein einziges Bier. Rauchte nicht mehr als drei oder vier Zigaretten am Tag. Dann konnte es mein Zimmerkollege nicht mehr mit ansehen. Er lud mich eines Abends in eine Gaststätte ein und gab dort drei Biere für mich aus. Fortan darbte ich weiter.
So füllte sich meine Reisekasse, wenn auch sehr, sehr langsam.
Doch dann brach das Unglück über mich herein. Mein gutes altes Fahrrad, es hatte den ganzen Krieg überlebt, zerbrach. Dabei gab es überhaupt keinen Grund zu zerbrechen. Oder doch? Klar, ganz einfach. Es waren Ermüdungserscheinungen.
Wie dem auch sei, meine ganze Reisekasse reichte nicht einmal für ein richtiges neues Fahrrad. Vielleicht für ein altes Rad – doch wie reist man dann mit leerer Reisekasse?
Am besten gar nicht.
Doch Mama und Papa erkannten meine Qual, sie liehen mir das Geld. ….

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