Trendlebensmittel: Aprikosenkerne zum Verzehr generell ungeeignet

werte Leser, wiedereinmal in einem medizinischen Fachbericht ein verwerfliches nudging, denn die Hauptsache des Artikels dreht sich um Desinfektionsmittel in Lebensmittel, vorwiegend Fisch, Fleisch und Milch, aber auch Zucchini. Wirklich erschreckende, bedenkliche Ergebnisse kommen hier zum Vorschein!

Aber nnein, die Aprikosenkerne müssen in die Überschrift. Wahrscheinlich weil das Volk dumm ist und sich selbst gefährdet anstatt Monsanto, elliLilly, Bayer, Moderna, Pfizer und Laoche zu vertrauen.

Bei Aprikosenkernen ist Blausäure ein tatsächliches Zellgift, indem es die Zellatmung erstickt. Der Hintergrund in der Anwendung in der Komplementärmedizin als Antikrebsmittel liegt darin begründet, daß Tumorzellen extrem viel Sauerstoff verbrauchen, weil sie so ein überschiessendes Wachstum haben. Das heißt, sie leiden als erstes unter dem durch Blausäure verursachten Sauerstoffmangel und sterben schneller und früher als gesunde Zellen. Absterbende Zellen wiederum rufen Fresszellen und die körpereigenen Entsorgungsmechanismen auf den Plan und mit Glück erkennen sie dabei auch das Tumorgewebe… eben weil die Zellen schon sehr früh Beschädigungen zeigen. Entartete Zellen erkannt – Beseitigung – Krebs weg. Im Idealfall. Leider ist der Idealfall selten gegeben. Aber auch eine Verlangsamung des Wachstums oder eine Verkleinerung ist günstig, denn das ermöglicht Operationen oder verlängert ggf. die Lebensqualität.

Es ist daher wichtig, sich mit therapieerfahrerenen Ärzten bzgl.der Aprikosenkernmenge zu beraten, wenn eine derartige Einnahme ärztlich empfohlen wird. Wichtig ist die Bestimmung des Gehalts von Blausäure, denn der natürliche Gehalt von Aprikosenkern-Blausäure schwankt z.B. nach Herkunftsort, Sorte, Erntezeit, Klima, Lagerung … Das ist wie bei der Farbe: die Charge ist wichtig, sonst stimmt das Ergebnis nicht, nur daß es bei der Blausäure gefährlich wird.

Doch zurück zur wirklichen Gefahr: den Prozessen in der Nahrungsmittelindustrie.

Zum Artikel:

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

von Dr. Nicola Siegmund-Schultze

Studien – kurz & knapp 26.11.2020

Kernbotschaften

Rohes Schweinehackfleisch wie Mett eignet sich nicht für ältere Menschen, immungeschwächte Personen, Kleinkinder und Schwangere. Bei jeder 13. in Deutschland untersuchten Probe wurden Shiga-Toxin bildende Escherichia coli (STEC) nachgewiesen. Aprikosenkerne, ein Trendlebensmittel, das vor allem Onlinehändler anbieten, sind generell ungeeignet für den menschlichen Verzehr. Der natürliche Blausäuregehalt ist häufig extrem hoch. Von  Desinfektionsmittelrückständen in höheren Konzentrationen sind vor allem tiefgefrorene Fischprodukte betroffen.

Hintergrund
Ziel der repräsentativen Daten des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über gesundheitlich nicht erwünschte Stoffe in Lebensmitteln und anderen Produkten auf dem deutschen Markt ist es, Gefährdungspotenziale frühzeitig zu erkennen.

Bei der Verarbeitung von Fisch und anderen leicht verderblichen Lebensmitteln werden in der Regel biozide Desinfektionsmittel wie Chlorate oder quartäre Ammoniumverbindungen (QAV) wie Benzalkoniumchlorid (BAC) verwendet.

Sie müssen durch Nachspülen entfernt werden.

Design
Monitoring in Kooperation mit den zuständigen Landesbehörden.

Hauptergebnisse

Rückstände von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln waren in

53,2 % der Proben von Rotbarsch,

50,7 % der Proben von Schweineleber,

50,0 % der Proben von Schweineniere,

46,3 % der Proben von Scholle,

28,7 % der Proben von Kalbfleisch,

20,0 % der Proben von Vollmilch,

19,0 % der Proben von Kalbsleber sowie in

2,8 % der Proben von Schweinefett quantifizierbar.

Die Konzentrationen lagen unter den festgelegten Höchstgehalten.

Für Chlorate aus Desinfektionsmitteln wurden in Zucchini und Weißwein Maximalwerte von 1,11 mg/kg bzw. 2,18 mg/kg gemessen, die auf ein akutes Gesundheitsrisiko für Verbraucher hinweisen.

Chlorate waren auch bei 79 % von 80 Proben tiefgefrorener Pangasiusfilets feststellbar, bei 39 % der Proben waren es QAV.

Bei 10 % dieser Proben bestand durch hohe Konzentrationen der Desinfektionsmittelrückstände eine akute gesundheitliche Gefahr. Der Fisch stammte überwiegend aus vietnamesischer Aquazucht.

Beim Monitoring auf Zoonosen wurden 420 Proben Schweinehackfleisch auf STEC untersucht.

7,4 % der Proben enthielten STEC-Keime.

Bei der letzten vergleichbaren Untersuchung 10 Jahre zuvor waren nur 0,8 % der Proben positiv getestet worden. Salmonellen wurden erneut im Hackfleisch nachgewiesen (1,9 % der Proben positiv).

Der natürliche Blausäuregehalt wurde bei 43 Proben süßer und bitterer Aprikosenkerne untersucht.

79 % überschritten den für Blausäure zulässigen EU-Höchstgehalt von 20 mg/kg.

Besonders bittere Aprikosenkerne von Wildaprikosen lagen im Durchschnitt um mehr als das 100-fache über dem Grenzwert.

Beim Essen von mehr als 1-2 bitteren Aprikosenkernen pro Tag lässt sich ein gesundheitliches Risiko nicht ausschließen.

Es wurden Sahneaufschlagmaschinen in 1.818 Betrieben wie Eisdielen, Bäckereien und andere Gastronomiebetriebe geprüft. Sie werden mit Desinfektionsmitteln gereinigt.

41 % der Betriebe spülten die Maschinen nicht, wie vorgeschrieben, mit heißem Trinkwasser nach. Dadurch können Reste von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln in die Sahne übergehen.

94 % der Betriebe machten keine Eigenkontrollen auf Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und nur 25 % Eigenkontrollen zu mikrobiologischen Untersuchungen.

Klinische Bedeutung
Der Verzehr blausäurehaltiger Aprikosenkerne kann zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod führen. Aprikosenkerne sind nach Angaben des BVL ein Trendlebensmittel und vor allem über Onlineportale erhältlich, zum Beispiel als Saatgut, finden sich aber auch in der Kategorie Lebensmittel. Sie eignen sich nicht zum Verzehr.

Rohes Schweinemett eignet sich nicht für empfindliche Bevölkerungsgruppen, denn die vergleichsweise häufig nachgewiesnenen Shiga-Toxin bildenden E. coli können akute Darmentzündungen hervorrufen. Vor allem bei Kindern kann eine Infektion mit STEC außerdem zum hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) führen.

Chlorat, das in Desinfektionsmitteln vorkommt, hemmt die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse und ist vor allem für empfindliche Personen wie Schwangere und Kinder ein gesundheitliches Risiko. Benzalkoniumchlorid kann zu akuten Magen-Darm-Reizungen führen.

Finanzierung: öffentliche Mittel

Quelle

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