Mythbuster – Selbstverteidigung bei Raubüberfall

https://hooktube.com/watch?v=UKZ55m2KBaY

Die Überwachungskamera filmt einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Spirituosenladen in USA.

Mutter und Tochter wehren sich und schiessen auf den Räuber.

Ich weiß nicht, mit was die beiden tapferen, aber naiven Damen hier schießen, Kleinkaliber oder doch 9mm? Jedenfalls ist von einer derartigen Aktion doch dringend abzuraten, solange sich anderweitige Wege bieten.

Tapferkeit ohne Hirn kann schnell tödlich enden. Folgende Überlegungen kann man bei Betrachtung eines solchen videos anstellen:

  1. Der Mensch ist widerstandsfähig und man darf nicht dem Irrtum verfallen, daß man mit einer „kleinen“ Schußwaffe jemanden in jedem Fall kampfunfähig schiessen kann. Nichteinmal aus nächster Nähe.
  2. Selbst bei Großkaliber, wie nicht nur in den USA zur Selbstverteidigung erlaubt, ist es eine Frage der geeigneten Munition, welche Folgen man zeitigt (Vollmantelgeschosse erzeugen nicht selten Durchschuß und gefährden hinter dem Ziel befindliche Personen u.s.w.) und bei nicht so muskulösen Frauen spielt die Kaliberwahl eine besondere Rolle. Der Rückschlag kann stark sein und bis man die Mündung wieder auf das Ziel ausrichten kann, ist ein Räuber vielleicht schon zum Gegenangriff übergegangen.
  3. Man braucht diverse Strategien für verschiedene Szenarien, ansonsten wird es chaotisch und gefährlich wie bei diesen Damen. Meineserachtens hatten die beiden großes Glück, daß der Räuber ebenso dilettantisch vorging wie sie selbst. Und auch noch eine Hemmschwelle zu haben schien. Die Verwendung der Schußwaffe war nicht wirklich zielführend. Das Schießen der Tochter in das Gerangel hätte ebenso die Mutter treffen können.
  4. Man muß trainieren, üben, auch gemeinsam, Alternativen finden, womöglich sogar eine schußhemmende Wand vorsehen, die Einrichtung überdenken und Hemmschwellen überwinden lernen. Allein eine Schußwaffe zu haben ist keine Strategie.
  5. In USA werden diese Frauen von den Polzisten als Heldinnen bezeichnet.

Was wäre bei uns zu erwarten?

Anklage wegen Körperverletzung, versuchten Totschlags wegen mehrfachen Schießens noch dazu ohne Warnung und „Hinterherschiessen“ während der Täter schon flieht: wann greift der Notwehrparagraf noch? Gefährdung Dritter: Schiessen durch die Türe, ohne zu wissen, ob nicht womöglich ein Passant vorbeigeht, Untersuchung auf illegalen Waffenbesitz, große Diskussion, daß der Bürger bitte keine Polizeiarbeit zu verrichten habe, Schmerzensgeldklage des Räubers gegen die Frauen, ggf. Berufsunfähigkeitsklage. Wird die Versicherung zahlen, wenn ich in zweifelhafter Notwehr meine eigene Türe kaputt schieße? Und war der Täter ein Farbiger? War da etwa Rassismus im Spiel und hatten die beiden Damen schon einmal verdächtig hetzende fb Kommentare gepostet? Last but not least die Angst der Opfer, daß der Täter wegen fehlender Haftgründe bereits 24 Stunden später zurückkehren könnte.

 

Das entscheidende Ausrüstungsstück, das bewaffnete Heimverteidiger immer vergessen

MORGENWACHT

Von Robert Farago, übersetzt von Deep Roots (Schlußbild von Osimandia modifiziert). Das Original The Critical Piece of Kit Armed Home Defenders Always Forget erschien am 15. Oktober 2014 auf Faragos Seite The Truth About Guns.

In aller Herrgottsfrühe hört ihr etwas durch die Küchentür brechen. Warum ist der Alarm nicht losgegangen? Habe ich vergessen, ihn einzustellen? Keine Zeit, sich darum zu sorgen. Ihr schnappt euch eure Brille und eure Schußwaffe, weckt eure bessere Hälfte und setzt euren Heimverteidigungsplan um. Während das Adrenalin durch eure Adern strömt (wie tausend Eisenbahnzüge), zielt ihr und drückt ab. Und schießt vorbei. Vielleicht. Vielleicht habt ihr ihn getroffen. Wer weiß? Zum Glück gibt der Bösewicht Fersengeld. Aber jetzt hört ihr seine Schritte nicht…

Weil ihr taub seid. Falls ihr eine Faustfeuerwaffe abgeschossen habt, klingeln eure Ohren schmerzhaft und blockieren alle Umgebungsgeräusche. Falls ihr eine Schrotflinte abgefeuert habt, seid ihr stocktaub – ein Zustand…

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Fälle, in denen zivile Waffenträger „Schlimmeres“ verhindern konnten

früher sagte man: „die Cowboys in den USA“ und war stolz auf die doch einigermaßen gesitteten Zustände in Deutschland und ein zumindest meist verlässliches Gerichtswesen. Heute jedoch muß man sich schon Gedanken machen, ob man Bürgern nicht nur das Recht zur Selbstverteidigung zugestehen sollte, sondern auch das eigentlich damit verbundene Recht, sich mit den dafür nötigen Mitteln und Möglichkeiten auszustatten. Was nutzt mir das Recht auf Selbstverteidigung, wenn die Machtmittel so ungleich verteilt sind, daß man sich nur ineffektiv wehren kann? Wenn diese Ineffektivität den Kriminellen auch bewußt ist?

https://crimeresearch.org/2016/09/uber-driver-in-chicago-stops-mass-public-shooting/

Antioch, Tennessee, September 24, 2017 (Chicago Tribune, Daily Caller)

Ein 25 Jähriger erschoß erst eine Frau auf einem Parkplatz, dann schoß er in einer Kirche auf Menschen. Der 22 jährige Saalordner versuchte zuerst, den Schützen niederzuringen, was ihm nicht gelang (es kam dabei zu Schußauslösungen). Es gelang jedoch dem 22 Jährigen seine eigene Waffe aus dem Auto zu holen und damit den Täter, der selbst 2 Kurzwaffen bei sich trug, bis zum Eintreffen der Polizei in Schach zu halten. Die Polizei berichtet, Dank des beherzten Eingreifens blieb es bei „nur“ 1 Toten und 7 Verletzten (inklusive dem Angreifer)

Arlington, Texas, May 3, 2017 (Dallas Morning News)

Ein 48 jähriger Mann erschoß  den Manager einer Sport-Bar und feuerte anschließend auf die über ein dutzend Restaurant/Barbesucher, die versuchten, zu flüchten. Die Zeitung titelte: ‘Hero’ stopped mass murder by crazed bar patron who was armed to the teeth, police say.”

Der „bis auf die Zähne bewaffnete“  Täter ohne Waffentrageerlaubnis hatte zwei geladene Waffen und zwei Messer bei sich und die Polizei ging davon aus, daß es, wenn er nicht von einem Bargast mit Waffentrageerlaubnis, welcher mit seiner Frau dort dinierte, niedergestreckt worden wäre, viel mehr Tote und Verletzte geben hätte können.

September 2016: ein Uber Fahrer streckt einen Bewaffneten nieder, der anscheinend ziellos in eine Menge von Menschen auf der Strasse schießt.

Lyman, South Carolina, June 30, 2016 (Fox Carolina)

Nur wenige Wochen nach dem Orlando massacre, schoss ein 32 Jähriger auf Nachtclub Besucher. Glücklicherweise ist in South Carolia anders als in Florida/Orlando das verdeckte Waffentragen in Bars erlaubt. Noch bevor der Angreifer einen 4. Menschen erschießen konnte, zog dieser seine legal getragene Waffe, schoß den Angreifer ins Bein und beendete damit den Angriff.

Winton, Ohio, Sunday, July 26, 2015, Fox 19 in Cincinnati and Fox News

Ein 62 Jähriger feuert in einem Familienstreit auf 4 Menschen, einer davon besaß eine Legalwaffe und konnte den Wütenden damit so ablenken, dass die anderen Schutz suchen und das Eintreffen der Polizei abwarten konnten. (das muß eine Wildwest-Szene gewesen sein).

Conyers, Georgia, Sunday, May 31, 2015, The Rockdale Citizen

In einem Getränkeladen erschoß ein 36 Jähriger mit seiner Kurzwaffe grundlos zwei der Kunden, bevor er von einem anderen Kunden in Notwehr unschädlich gemacht werden konnte. Die Polizei ging davon aus, daß dies das Leben der anderen Kunden rettete.

New Holland, South Carolina, May 5th, 2015, Fox Carolina

Ein Mann bedrohte Feuerwehrmänner und eine große Gruppe Kinder auf dem Feuerwehrparkplatz, schoß in die Luft und auf ein Auto und hielt seine Waffe immer wieder gezielt auf die einzelnen Feuerwehrleute. 2 Feuerwehrleute in ihren Büros hatten eine Waffenlizenz, zielten auf den Angreifer, drängten ihn zurück zu seinem Auto, wo er sich dann entwaffnen ließ.

 

 

Philadelphia, Pennsylvania, March 2015, NBC Channel 10:

In einem Friseursalon eskalierte ein Streit und ein Kunde begann um sich zu schießen. Ein Passant mit Waffenlizenz schritt ein und streckte den Angreifer nieder. Die Polizei ging davon aus, daß dies vielen Kunden das Leben rettete.

Darby, Pennsylvania, July 2014, John Lott in the Philadelphia Inquirer:

Ein Vorbestrafter erschoß eine Sachbearbeiterin, während seines Arzttermins. Der Arzt zog seinerseits die Waffe und streckte den Angreifer nieder. Die Polizei fand Magazine mit weiteren 39 Schuß bei ihm und äußerte die Befürchtung, daß der Täter bei Verlassen der Arztpraxis weitere Menschen erschiessen hätte können, bis er keine Munition mehr gehabt hätte  (jetzt komme ich aber schwer mit der deutschen Grammatik in Bedrängnis, seht es mir nach werte Leser)

Portland, Oregon, January 11, 2014, Oregonian

Nach dem Rauswurf aus einem Nachtlub, kehrte der Kriminelle (auf Bewährung frei)  bewaffnet und maskiert zurück, schoß auf den Sicherheitsmann und weitere Personen im Club.  Der Sicherheitsmann erlitt einen Kopfschuß, ein Kunde und eine Bedienung wurden ebenfalls getroffen. Ein anderer Sicherheitsmann mit Waffenlizenz erschoß den Angreifer als dieser den Club verlassen wollte, weil er fürchtete, daß der Täter auch die Raucher vor der Tür erschießen würde.

 

usw. usw.

pöhse Waffenlobby – die GRA äußert sich zum letzten Tatort und die Eddie Eagle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen

überall, wo Waffenbesitz nicht sofort kriminalisiert wird, durfte ich erleben, daß man der Jugend und dem Gefahrenbewußtsein große Aufmerksamkeit schenkt und auch in der DDR war der Umgang mit Schußwaffen keineswegs neurotischer Natur.

Einschubfrage: was würde die Eltern von Kindern wohl mehr auf die Barrikaden bringen. Die einwöchige Sexualfrüherziehung im Regel-Unterricht oder eine einstündige Aufklärung zum richtigen Umgang mit Waffen und Munition? Oder ab 16 Jahre das flächendeckende Angebot einer AG „Sportschießen“ ?

Selbstverständlich ist der frühe Umgang mit Waffen in vielen Ländern auch einer kriegerischen oder militärischen Zielsetzung geschuldet, aber obwohl wir hier im friedlich-zvilisierten-demokratischen Westen, nicht wenige dieser Länder als nicht-lebenswerte korrupt-kriminelle und gefährliche rückständig-undemokratische Regime bezeichnen, die keinen demokratischen Rückhalt in ihrer Bevölkerung haben, ist es für mich bemerkenswert, daß gerade deren Regierungen keine Angst vor ihrem eigenen wehrhaften und wehrfähigen Volk zu haben scheinen.

In unseren demokratischen Landen hingegen… da wird schon eine Schreckschußwaffe, ein Multitool oder ein Pfefferspray zu einer nicht akzeptablen Mordwaffe.  Denn die Deutschen (und auch die Franzosen) sind ja im Grunde ihrer Seele blutrünstige Bestien, die einander und ihre gewählten Vertreter heiß- oder kaltblütig schnell einmal niedermetzeln. Und zu blöde sind sie (laut Pisa) auch, als daß sie verantwortungsbewußt mit Schußwaffen umgehen könnten.

Eine Waffe zur Selbstverteidigung ist dem einzelnen Deutschen ebenso verwehrt, wie viele Jahre den Deutschen -als Volk und Staatsgebilde- von den Siegermächten eine eigene Armee verwehrt wurde. Irgendwann erlaubte man dann doch eine Verteidigungsarmee. Leider hat aber das Individualrecht nicht mit dem Staatsrecht gleichgezogen. Weshalb eigentlich nicht? Unsere Regierung führt inzwischen sogar wieder bewaffnete Angriffskriege mit ihrer Verteidigungsarmee, die sich mit Abschaffung der Wehrpflicht zu einer Söldner-Armee gemausert hat. Damit ist unser Staat, unsere Regierung schon längst über das von den Alliierten zugestandene  Selbstverteidigungsrecht hinaus.Der einzelne Mensch aber noch immer in Fesseln.

Ich empfinde es als äußerst merkwürdig, daß der Staat (respektive die Regierung), der in der Vergangenheit anderen Staaten den Krieg erklärt und seine friedliche Bevölkerung in den Krieg gezwungen und getrieben hat, wieder das Recht des Waffentragens und des Waffeneinsatzes bekommt. Der einzelne Mensch, der sich der Kriegsdynamik damals kaum entziehen konnte, aber als der eigentlich Schuldige, als der kriegslüsterne Verursacher hingestellt wird und die Konsequenzen, also die Beschneidung seiner existentiellen Freiheit in einer sich verändernden Welt tragen muß.

Wie immer in unserer manipulierten angeblich freien Gesellschaft, wird den Menschen zumindest oberflächlich das Recht zugestanden, sich zur bewaffneten Selbstverteidigung zu befähigen. Also den Umgang mit Schußwaffen und Munition zu erlernen. Aber eben nicht zur Selbstverteidigung. Explizit nicht zur Selbstverteidigung. Und auch sonst wird der Umgang mit Schußwaffen in weiten Kreisen als „pfui“ oder mindestens als „suspekt“ angesehen. Eine Folge der (Um-)erziehung insbesondere der 70 er Jahre (da begann die stetige Verschärfung des nationalen Waffenrechts) und gewünschten öffentlichen Meinungsbildung. In der Schweiz ist das natürlich anders und in Österreich auch. Dort ist der Wunsch nach bewaffneter Selbstverteidigung (NOCH!) ein völlig legitimer Grund zur Beantragung einer Schußwaffenerlaubnis.

Nun aber zum lesenswerten Artikel der GRA hier, von dem ich einen Ausschnitt einstelle:

https://german-rifle-association.de/waffenlobby-beim-tatort-goldbach/

Die Tatort-Fernsehhandlung:   „…Der verschwundene Nachbarsjunge nahm sich eine Pistole, in der noch eine Kugel im Lauf steckte, und hatte mit dem Mädchen “gespielt”. Dabei kam es zu der tödlichen Schussabgabe (sehr realitätsnah).“

Waffenlobby hätte das verhindern können

Die “böse” Waffenlobby NRA unterrichtet seit Jahrzehnten Grundschulkinder über die Gefährlichkeit von Schusswaffen. Die NRA geht in die Schulen (ohne Waffen) und erklärt den Kindern, was diese tun sollen, wenn sie zufällig eine Schusswaffe finden. Seit 1988 wurden so über 25 Millionen Grundschüler aufgeklärt mit dem Eddie Eagle GunSafe® Program

Wenn du eine Waffe siehst:
STOP!
Nicht anfassen.
Renn weg.
Erzähle es einem Erwachsenen.

Wenn wir in Deutschland eine echte Waffenlobby ala NRA hätten, dann wären die Grundschulkinder aufgeklärt gewesen. Dann hätten sie gewusst, was beim “Spielen” passieren kann. Dann wären sie mit dem Fund eventuell ähnlich vorsichtig umgegangen wie mit einem Feuer im Wald: Sie wären weggelaufen und hätten einem Erwachsenen davon berichtet. (Anmerkung: und man hätte keine glaubwürdige Story für den Tatort gehabt)

Doch kommt kein einziger Tatortkritiker auf diese Diskrepanz.

Liegt das daran, dass niemand über die “guten Taten der Waffenlobby” berichtet?

Ich hatte schon 2014 über dieses Eddie Eagle-Programm geschrieben: Waffen und Kinder: Waffenwahn?  Es gibt auch andere Safety-Kurse der “bösen” Waffenlobby in den USA. Dort wird aufgeklärt, wie man Selbstmorde mit Schusswaffen erschwert, wie man sich bei Notwehrfällen verhält, wie man Waffen sicher aufbewahrt, wie man “Strohmannkäufe” erkennt u.v.m. Diese Kurse haben bewirkt, dass tödliche Unfälle mit Schusswaffen bei Kindern um über 80% zurückgegangen sind, obwohl es immer mehr private Schusswaffen in den USA gibt.

….

Ist der waffenlose Mensch sicherer?

starten wir thematisch gleich einmal mit einem nachdenkenswerten video Beitrag : erschienen im quer-denken.tv

„Viktor Farkas, der bekannte Wiener Enthüllungsjournalist, geht der von staatlicher (Anmerkung meinerseits: sowie links-pseudo-peace) Seite gern propagierten Ansicht auf den Grund, daß die Anzahl legaler Waffen in der Bevölkerung zum Anstieg von Gewalt und Kriminalität führe. Ein beliebtes Argument von Seiten des Staates (Amerkung meinerseits: nicht der Staat argumentiert, sondern Staatspolitiker und Vertreter bestimmter NGO´s), die Waffengesetzgebung in unseren Ländern stetig zu verschärfen. Am Ende des Entwaffnungsprozesses sind die (illegalen) Waffen nur noch in den Händen der Kriminellen und der überforderten Polizei. Der Bürger steht hilflos und ohne jedes Mittel der Selbstverteidigung den aufgerüsteten Gewalttätern gegenüber. Gegenwehr ist meist tödlich. Der Fall Dominik Brunner ist ein gutes Beispiel: Seine Zivilcourage wurde hochgelobt und sogar mit dem Bundesverdienstkreuz honoriert, leider aber posthum.“

In Ergänzung verlinke ich hierzu Professor  John Lott  und seinem reichen Fundus an wirtschaftspolitischen und waffenbezogenen Themen für diejenigen, die mit dem Englischen gut vertraut sind.

Im Jahr 2001 veröffentlicht eine Rechtsanwaltskanzlei bereits eine Analyse über den Zusammenhang zwischen Verschärfungen im Waffenrecht,  Entwaffnung der Bürger und Höhe  der Straftaten, sowie eine Liste der bis dato stattgefunden Waffenrechtsverschärfungen und kam anhand der veröffentlichten Daten in Deutschland, in England und in Australien, sowie der Berücksichtigung  der Schweiz, Österreich, Norwegen und Brasilien zu dem Ergebnis, daß weder ein restriktives Waffenrecht, noch die Entwaffung der Bürger zu einer erhöhten Sicherheit durch absinkende Kriminalität und geringerem strafbarem Schußwaffengebrauch führten, zumal damals der Anteil von Straftaten, bei denen in der BRiD überhaupt Schußwaffen verwendet wurden, bei gerade einmal 0,3% lag.  Bei 1100 Straftaten mit scharfen Schußwaffen, handelte es sich in 991 Fällen um illegale Schußwaffen. Dh. der Anteil der legalen Schußwafen an Straftaten mit einer Schußwaffe lag bei 4,5% und machte 0,000115% aller überhaupt strafbaren Delikte aus. Sollte man sich angesichts solcher Fakten nicht besser und effektiver mit anderen Sparten der Kriminalität beschäftigen?

Schockierend für mich war insbesondere der Bericht über Australien zu lesen. Die Regierung hatte nach einem Massaker (also Anlassgesetzgebung) ein grundsätzliches Halbautomatenverbot erlassen und 640.000 legal besessene Schußwaffen landeten zwangskonfisziert  im Schredder, was wiederum 500 Millionen AUDollar kostete. Und der Effekt hinsichtlich der Sicherheit war nicht nur Null, sondern geradezu negativ. Ich frage mich, wie das sein konnte, daß sich die australischen Bürger „einfach so“ ihres Eigentums berauben ließen. Gab es Entschädigung? Existierte eine Gesetzesgrundlage dafür? Hatten die Sportschützen und Jäger keine Interessenvertretung?

Betrachtet man die Fälle steigender Straftaten selbst nach der Einführung restriktiver Waffengesetze, so beschleicht mich der Verdacht, daß da völlig andere Mechanismen für die Gewalt und das Greifbarsein von Schußwaffen wirksam sind als der legale Besitz, gegen die kein Vermeidungsgesetz ankommt. Denn dererlei Gesetze gingen bisher überall und gehen bis heute völlig an der Zielgruppe der Gewalttäter mit illegalem Schußwaffenbesitz vorbei. Und erstaunlicherweise: selbst die damals explosionsartig gestiegene Zahl illegaler Schußwaffen in Deutschland Ende der neunziger Jahre (hier verweise ich auf meinen Artikel: Wo sind all die Waffen hin…, von dem es demnächst einen Teil 2 geben wird), hat zeitnah nicht zu einer Erhöhung der Schußwaffenverwendung bei Straftaten geführt.

Wir halten also fest, daß alle relevanten statistischen Grundlagen, Erfahrungen und Analysen, die die Unwirksamkeit einer restriktiven Waffengesetzgebung belegen und einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Waffen und der Anzahl bewaffneter Straftaten widerlegen, bereits seit 20 Jahren der Polizei, der Rechtsprechung, der Verwaltung und der Politik vorliegen und sich null komma nichts an deren Argumentationsmuster,  Verhalten und Problemlösungsstrategie geändert hat.

Und hier im Gegensatz dazu eine Sudie der medizinischen Universität New York, mit einem derart schlechten Design (so nennt man die Planung der Fragestellungen und Untersuchungsmethoden usw.), daß diese nur von einer noch schlechteren medialen Aufbereitung im standart.at getoppt wird, der das Ergebnis so zusammenfasst: Viele Feuerwaffen, viele Tote.

Ich erwähne dies nur, weil man auf Grundlage eines solchen Berichtes noch nicht einmal fundiert darüber diskutieren kann, geschweige denn will (und ich diskutiere gerne), während gleichzeitig völlig undifferenziert und unzulässige Behauptungen aufgestellt werden, die sich in den Köpfen der Öffentlichkeit festfressen. „Framing“ nennt man dies, worauf ich  in einem früheren Bericht auf diesem Blog  bereits unter Hinweis auf den Vortrag von Dr. Daniele Ganser im Juni 2017 an der Uni Köln, hingewiesen habe.

Aber nicht nur in österreichischen Medien wird diese Studie völlig unkritisch  als Argumentationsgrundlage herangezogen. In der  Zeit  erschien ein ähnlich tendenziöser Artikel, der über die schrecklich hohe Zahl der Schußwaffenopfer im „Waffenland“ Deutschland berichtet. Erschreckende 27 Todesfälle mit legalen Waffen seien im Jahr 2013 zu verzeichnen gewesen! Und die Autorin kann noch nichteinmal sagen, ob es sich um Straftaten oder Unfälle handelte. Gut recherchiert, sage ich da nur. Und 27 Tote bei 5,5 Millionen Schußwaffen und 1,45 Millionen registrierten Waffenbesitzern… Frau Milbradt, für wie einfältig halten Sie Ihre Leser? Kein Wunder, daß diese sich beleidigt fühlen bei diesem Niveau und ihre Abonnements kündigen. ZEIT wird´s….

Wer sich für weiterführende Analysen in Sachen Waffenrecht und Kriminalstatistik interessiert, wird u.a. bei der GRA, der German Rifle Association, sicher fündig.

Aber damit nicht genug, müssen auch noch die Suizide unter Schußwaffenverwendung herhalten,  die geradezu irrelevant niedrigen Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik auf ein einigermaßen empörungsfähiges Niveau zu heben. Doch man lese eine vernünftige Studie diesbezüglich hier:  Suizid     Mit dem Fazit: Die Verminderung des (legalen) Waffenbestandes ist daher zur Reduzierung von Suiziden völlig ungeeignet. 

Ein weiteres Scheinargument möchte ich zerpflücken: wenn es keine Schußwaffen gäbe, aber es psychische Erkrankungen gibt, bei denen man sich ausschließlich erschießen will (ja, soetwas gibt es, übrigens auch bzgl. anderer Methoden), dann könne man zumindest diese Leben durch ein restriktiveres Waffengesetz oder Schußwaffenverbot irgendwie retten. Denn wo die Privathand keine Schußwaffe hat, kann sie auch keinen Finger an den Abzug legen.

Aber leider ist das völlig naiv gedacht, denn diese Suizidalen lassen sich dann planmäßig von zB Polizisten erschießen: Suicide by cop genannt und in den USA nicht selten – in der BRiD noch selten.  Da sich nun aber Ärzte und die Presse hierzulande schon vor 30 Jahren darauf geeinigt haben, möglichst nicht über Suizide öffentlich zu berichten, um gefährdete Menschen nicht noch in ihren Vorhaben zu motivieren, ist das Thema suicide by cop der Öffentlichkeit natürlich nicht so im Bewußtsein. Dem polizeidienstlichen Schußwaffengebrauch und dessen Folgen wird evtl. einmal ein eigenes Thema gewidmet.

Was im Zusammenhang mit dem Schußwaffengebrauch durch die Polizei noch von Bedeutung sein könnte, ist der Sachverhalt, daß es in der BRiD den Polizisten erlaubt ist, ihre Dienstwaffen nach entsprechender Beantragung und unter Beachtung der entsprechenden Einschränkungen im Waffengesetz (nicht bei öffentlichen Veranstaltungen u.s.w.) auch außerhalb ihrer Dienstzeiten zu führen. Mit Ausnahme des linksgrün friedlichen Berlins, da hat der oberste Dienstherr seinen Bütteln, Ordnungshütern und Verbrechensbekämpfern im Juni 2016 das absolute Mißtrauen ausgesprochen und ihnen das Führen der Dienstwaffen außerhalb des Dienstes verboten.

In Österreich hingegen hat man vor kurzem wieder Vernunft angenommen und den Polizisten das Führen ihrer Schußwaffen außerhalb ihres Dienstes wieder erlaubt. Die Berliner Polizisten müßten einem auch aus anderem Grunde schon beinahe leid tun, mußten sie doch die abgetragenen und ausgemusterten P6 ihrer schleswigholsteinischen Kollegen übernehmen, weil Berlin diese für den Schnäppchenpreis von 1 Euro das Stück ergattern konnte. Welch Ironie, daß gerade der Innenexperte der Linken, Hakan Tas, die veralteten Waffen aus Schleswig-Holstein für ein Sicherheitsrisiko für die Berliner Beamten hält und zu Recht die CDU anprangert, daß sie immer das Thema Sicherheit spiele, sich hier aber damit lächerlich mache.

Inwieweit solche statements nur aus richtig verstandenen Oppositionsaufgaben heraus getätigt werden oder ob der homosexuelle Mann mit türkischem Migrationshintergrund ebenso wie viele andere Politiker auch, aus einer Regierungsperspektive dann doch eine gänzlich andere Haltung einnehmen würde, werden wir erst erfahren, wenn diese Politiker einmal an die Regierung kommen.

Na ja, wie sagte einmal ein Schießausbilder bzgl. einer regen Diskussion über Vor- und Nachteile verschiedener Waffenmodelle: „Was soll`s, schießen tun sie alle“. Und ergänzend möchte ich hinzufügen, daß bei den unterirdisch geringen Schießübungen bei der Polizei selbst nach Jahren die Waffen als „so gut wie neu“ einzustufen sind. Manch ein Sportschütze hat in einem Monat mehr Schußabgaben aus seiner Sportwaffe zu verzeichnen als ein Polizist im ganzen Jahr. Zumindest wurde den Berliner Polizisten jetzt doch noch eine Neuwaffenbeschaffung ab 2018 in Aussicht gestellt, um die Arbeitsmoral der Staatsdiener nicht gänzlich zu ruinieren.

Interessant in diesem Zusammenhang wäre noch, wie die Fälle eines außerdienstlichen Schußwaffengebrauchs statistisch behandelt werden. Dh. wie und wo wird der Schußwaffengebrauch nicht im Dienst befindlicher Polizisten in die Statistiken eingehen? Unter Straftaten mit Schußwaffen? Vielleicht weiß ja ein Blogleser, ob es hierfür eine eigenständige Kategorie gibt und schickt mir einen link.

Wie inzwischen bei mir üblich, dürfen die geneigten Leser auf eine Fortsetzung des Themas zu gegebener Zeit hoffen, denn der Titel meines heutigen Blogs ist nicht ohne Hintergrund so mehrdeutig gewählt.

 

 

 

Kugelschreiber tödlicher als Schußwaffen

Quelle: Warum Kugelschreiber tödlicher sind als Schusswaffen – German Rifle Association

über Warum Kugelschreiber tödlicher sind als Schusswaffen – German Rifle Association — Waffen – Waffenbesitzer – Waffenrecht